Abschrift der Vereinschronik von 1946 bis 1950

 

2.2.1946         Neugründung des Imkervereins Berchtesgaden:


Gemäß einer Bekanntmachung v. 2. Febr. 1946, abgedruckt im Amtsblatt Official Garette ist die Wiederzulassung von Vereinen durch die Militär Regierung nunmehr erfolgt. Ausdrücklich wird dabei betont, daß Voraussetzung für diese Zulassung u. die Wiederaufnahme der Tätigkeit von vereinen aller Ort eine Registriernummer des Landesamtes ist. Diese ist schriftlich zu beantragen.

Des Weiteren wurde noch bes. u. a. darauf hingewiesen, daß die Verwaltung eines Vereins demokratisch sein soll, d.h. es muß die Gesamtheit der Mitglieder die Möglichkeit haben, sich zu allen Fragen, die den verein betreffen, zu äußern.

 

 

3.1946             Bald nach Bekanntwerden dieser Wiederzulassung der Vereine

 

wurde bei einigen älteren Imkern wieder die Erinnerung wach, daß es in Berchtesgaden schon einmal einen Bienenzuchtverein gab u. war man sich bald darüber einig, die Bienenzüchter Berchtesgadens u. der Außengemeinden wieder zu einem Bienenzuchtverein zusammenfassen.

Zu diesem Zwecke hatte Hr. Knoglinger in Berchtesgaden Anfang März 46 durch Aufruf zu einer Neugründung eines Imkervereins Berchtesgaden U. zur Gründungsversammlung im Gasthaus Neuhaus eingeladen.

Die Versammlung fand im sog. Veteranenstüberl statt u. waren die Imker hierzu zahlreich erschienen, ein Beweis  dafür, daß bei Alt u. Jung immer noch lebhaftes Interesse für die Imkersache vorhanden ist.

Einstimmig wurde die Wiedergründung eines Imkervereins Berchtesgaden beschlossen u. wurde sofort an die Wahl der Vorstandschaft geschritten.

Herr Matthias Reiner in Berchtesgaden, der sich während des Krieges schon in anerkennenswerter Weise der Berchtesgaden Imker, bzw deren Bienenvölker angenommen hatte, genoß auch weiterhin das vollste Vertrauen aller Bienenfreunde und wurde daher mit großer Mehrheit zum 1. Vorstand ernannt.

Als Kassenverwalter wurde hr. Seb. Knoglinger u. als Schriftführer Hr Metzenleitner jun. in Königssee nominiert. Damit war die Tagesordnung erledigt.

 

 

5.1946             Ende Juni 1946

 

fand auf Anordnung des Kreisvereinsvorstandes für Obb. neuerliche Versammlung im Neuhaus statt, in der die Vorstandschaft noch einmal zur Wahl stand, da jene im März 1946 nicht in geheimer Wahl erfolgt u. darum u. damit den Bedingungen der Militärregierung nicht entsprochen war.

Zu Anfang der der Versammlung, die gleichfalls wieder sehr gut besucht war, bat der „kommisarische Vorstand“ Hr. Reiner von einer Wiederwahl seinerseits Abstand nehmen zu wollen, da er aus berufl. Gründen dieses Amt nicht mehr bekleiden kann.

Mit Stimmenmehrheit wurde sodann der frühere Vorstand Hr. Josef Stocker, Salzberg Vogelrast, zum 1. Vorstand gewählt. Als dessen Vertreter ging aus der Wahl Hr. Matth. Reiner jun. hervor, womit das Vertrauen der Mitglieder zu ihrem alten Vorstand erneut unter Beweis gestellt war. Von fast allen Mitgliedern wurde dem Wunsche Ausdruck verliehen, es möchten die Herren knoglinger u. Metzenleitner jun. als Kassier bzw. Schriftführer auf ihren Posten belassen werden. Die Versammelten gaben in der ebenfalls in der durchgeführten, geheimen Wahl in überwältigender Zahl den Vorgeschlagenen ihre Stimmen.

 

 

6.1946             Im Laufe des Monats Juni fand in Freilassing eine Vorstandschaftsbesprechung des Bezirksverbandes Laufen statt.

 

Es galt die Wahl eines Bezirksvorsitzenden durchzuführen. Dem weit übder die Landkreise laufen u. Berchtesgaden Hinaus bekannten Bienenzüchter Ponn in Laufen wurde dann einmütig die Aufgabe übertragen, als 1. Vorstand die Interessen der Imker aller zuständigen Landkreise wahrzunehmen. Als dessen Vertreter (2. Vorstand) wurde ihm Josef Stocker vom Obersalzberg (Vogelrast) zur Seite gestellt.

Punkt2 der Tagesordnung: Festsetzung und Ablieferungssoll u. des Ablieferungstermines.

Kreisvorsitzender Meier aus freising, der der Befragung beiwohnte, verwies dabei auf die Notwendigkeit einer 100 %igen Ablieferung u. bat zugleich, ihm in dieser Angelegenheit größte Unterstützung zuteil werden zu lassen.

 

 

1946

 

In der für den Monat einberufenen Versammlung der Imker Berchtesgaden Zeigt schon der Besuch von dem großen Interesse für die Bienenpflege. Kassier Knoglinger erstattete auf ersuchen des 1. Vorstandes das den Bericht über die Vorstandschaftsbesprechung in Freilassing wobei die Mitteilung über Honiglieferung im Verhältnis 2:1 gerade keinen Beifall entlockte, nachdem der Ertrag in diesem Sommer nicht wesentlich über der Nullgrenze lag. Knoglinger erklärte dazu aber, daß man trotz Winterernte auf gewissenhafte Ablieferung dringen müsse, sowohl der Menge nach u. eben so der zeit, da von der einwandfreien Durchführung dieser Aktion die bevorstehende Herbstzucker – Zuteilung abhängig gemacht ist.

Nach erfolgreicher Völkerstandaufnahme wurde die Versammlung geschlossen.

 

 

15.6.1946        Preise für Bienenhonig:

 

Official Garette v. 13 Juli 1946: Der Landrat – Preisbehörde – gibt hiermit Anordnung Nr. 11/46 des Eierwirtschaftsverbandes Bayern vom 8.6.1946 betr. Preise für bienenhonig bekannt:

Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß im Jahre 1945 an die imker zur Fütterung der Bienenvölker kein Zucker zugeteilt werden konnte, wurde mit Zustimmung des bayr. Staatsministeriums für Wirtschaft – Preisbildungsstelle – für Honigernte 1945 jederzeit widerruflich ein Erzeugerpreis von 1.55 RM je ½ kg Bienenhonig festgesetzt.

Nachdem nunmehr Zucker für die Frühjahrsfütterung der Bienenvölker freigegeben werden konnte, tritt mit Wirkung vom 15.6.1946 ab diese Preisregelung wieder außer Kraft.

 

 

1946

 

Laut Mitteilung des Kreisverbandes wird das Ablieferungssoll für das Jahr 1946 vom Ernährungsministerium gestundet. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß für das Jahr 1946/1947 pro Volk 6 kg Zucker ausgegeben werden u. zwar für die Herbstfütterung 4 kg, die erstigen 2 kg für die Frühjahrsfütterung. Das Ablieferungssoll für die Gesamtzuteilung beträgt pro Volk 2 kg Honig, wobei eigens bemerkt wird, daß für neu aufgestellte Bienenvölker (Schwärme etc.) ebenfalls Ablieferungspflicht gleicher Höhe besteht.

 

 

1.1947             Anfang Januar fand eine eine Örtliche Vorstandsschaftsbesprechung statt,

 

in der u.a. die Aufstellung von Ortsobmännern in den einzelnen Gemeinden beschlossen wurde.

 

 

9.2.1947          Monatsversammlung im Neuhaus Berchtesgaden

 

Es wurde zunächst ein Bericht über die völlige Vorstandsschaftsitzung zur Kenntnisnahme gebracht u. anschließend daran die Aufstellung von Volksobmännern in den einzelnen Gemeinden durchgeführt.

Ferner wurde die Anbringung einer Bekanntmachungstafel am Eingang zum Gasthof Neuhaus beschlossen.

 

 

9.3.1947          Monatsversammlung im Neuhaus


Zunächst wurdenVereinsangelegenheiten erörtert. Dabei wurden vor allem von Jungimkern der Wunsch geäußert, durch Besichtigung von Musterbienenständen mit aufklärenden Vorträgen Wissen u. praktische Erfahrungen gegenseitig auszutauschen bzw. den Laien in die Geheimnisse der Bienenzucht einzuweisen.

Die Erörterung der Fragen über den Bau eines Vereinsbienenstanden fand zwar lebhafte Zustimmung, jedoch das „wie?“ konnte leider nicht von keiner Seite beantwortet werden. So wird es, bedingt durch die Wirtschaftliche Lage wohl auch für die nächste Zeit beim Wunsche bleiben.

 

 

9.3.1947          Monatsversammlung im Neuhaussaale Berchtesgaden

 

Nach Erledigung von vereinsangelegenheiten sprach Hauptlehrer komposch in Unterstein über das Thema: Laßt Zahlen sprechen! Unter dem Motto: „Ohne Theorie keine Praxis“ verschaffte der Vortragende in beredten Worten einen Einblick in das leben der Biene. Wenn sich der Mensch in seiner Überheblichkeit als das Vollkommenste Geschöpf betrachtet, so versetzen ihm doch die Leistungen dieses kleinen Insekts in Staunen u. seine Eingenommenheit für sich selbst dürfte dann doch einer weiseren Bescheidenheit Platz machen. Was die Bienen im Verhältnis zu ihrer Größe vollbringt, ist eine Wunderleistung, die uns selbst bei gleichem Maßstab mit den modernsten Mitteln versagt bliebe. Bei Betrachtung schwerer Honigwaben wollen wir uns deshalb der unerhörlichen Leistungen unserer Bienen erinnern u. Bienenzucht nicht nur von der Perspektive des Kaufmanns u. somit des materiellen Gewinns wegen betreiben.

 

 

7.9.1947          Im neuerbauten Bienenstand


 Ein Musterbienenstand – des Hr. Knoglinger 1.Vorstand des Imkervereins fand ein vom Kreisvorsitzenden Meier in Freising Bieneneinwinterungsvortrag statt, der zahlreich besucht war u- von den Teilnehmern mit großem Interesse u. mit sichtlicher Aufmerksamkeit verfolgt wurde.

 

 

9.1947              Wie im Vorjahr,


so hatte man auch heuer wieder für die Herbsteinfütterung der Bienen 3 kg Zucker pro Bienenvolk auf der Grundlage: Hier Honig, hier Zucker den Imkern zugebilligt, wobei die Lieferschuld 46/47 ebenfalls mit zu begleichen war.

 

 

10.1947           Längst hatten die Imker schon ihren Tribut zur Sammelstelle gebracht;


Die fortschreitende Jahreszeit drängte zur Einfütterung u. Einwinterung aber es fehlte immer noch der zugebilligte Zucker. Erst anfangs Oktober schien man sich auch an anderer Stelle darüber klar geworden zu sein, daß von einer rechtzeitigen Zuckerversorgung der Fortbestand der Bienenzucht anhängig ist, was bei dem großen Dienst, den sie Indirekt durch Blütenbestäubung der Landwirtschaft leistet, eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit ist.- Warme Herbstwitterung begünstigte glücklicherweise die spät durchgeführte Einfütterung.

 

 

8.2.1948          Monatsversammlung im kleinen Neuhaussaale zu Berchtesgaden


1.Vorstand Stocker sprach dabei kurz über die vordringlichsten Frühjahrsarbeiten wie Einengen, später Erweiterung und Reizfütterung. Er empfahl dabei vor allem die äußerst vorteilhafte Verwendung des halbhohen Vorbauaufsatzes zur vollen Auswertung der 1. Frühjahrstracht.

Anschließend sprach Kassier Knoglinger über die Vorstandschaftbesprechung in Freilassing, wobei auch die idiologischen Ausführungen in der Süddeutschen Zeitung über phantastische Honigerträge Erwähnung fanden, die bei unseren Imkern nur Gelächter hervorriefen u. mit der Begründung laienhafter Sachkenntnisse abgetan wurden.

 

 

1.3.1948         

 

Hierzu gab der 1. Vortand Stocker u.a. hinsichtlich der Zuteilung von Puderzucker bekannt, daß für die heurige Zucht Puderzucker nur mehr an solche Züchterabgegeben werden darf, die ihre Königinnen ausschließlich in der Belegstelle des Vereins, in Raggert begatten lassen.

Auf eine diesbezügliche Anfrage durch Komposch in Unterstein beim Kreisobmann für das Zuchtwesen, Hr. Anton Keller in München – Großhadern, gab dieser zur Antwort, daß nach den neuen Richtlinien jeder Königinnenzüchtern welcher einen Satz = circa 25 Königinnen züchtet, gleich ob er auf Belegstellen oder Standbegattung, Puderzucker erhalten kann. Der Unterschied bestehe darin, daß der Belegstellenzüchter 600 gr. statt 400 gr. Puderzucker erhalten, wenn sie eine Zuchtgemeinschaft bilden u. mindestens einen Satz mit 25 Königinnen züchten.

 

 

14.03.1948          Frühjahrsversammlung im Neuhaus zu Berchtesgaden

 

Die Versammlung war außergewöhnlich stark besucht. Zu Beginn der Versammlung erklärte der I. Vorstand Stocker, die Führung des Imkervereins Berchtesgaden weiterhin nicht mehr übernehmen zu können, weshalb er sich genötigt sehe, den Rücktritt als I. Vorstand zu erklären.

Bei der sofort vorgenommenen geheimen Ersatzwahl ging mit überwältigender Mehrheit Hr. Sebastian Knoglinger im Berchtesgaden als I. Vorstand hervor.

Hr. Knoglinger dankte für das ihm erwiesene Vertrauen und erklärte sich bereit, die Führung des Imkervereins hiermit einzunehmen. Indem er den bisherige Vorstand Stocker den Dank namens aller Mitglieder für die geleistete Arbeit aussprach, gelobte er auch seinerseits für die Interessen der Bienenzüchter und der Bienenzucht überhaupt nach bestem Wissen und Gewissen zu arbeiten.

Für die nun freigewordene Stelle eines Kassierers ging aus der ebenfalls geheimen Wahl mit Stimmenmehrheit Hr. Josef Moderegger, Berchtesgaden- Stangass, Haus Vogelhamm hervor.

Anschließend an die Wahl sprach noch Hr. Staudenmeier im Bischofswiesen über die Auswinterung der Bienen. Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass die anormale Witterung im Januar und Februar auch eine annormale Auswinterung zur Folge hatte. Bedingt durch die späte Herbsteinfütterung gingen die Völker ohne der notwendigen Zahl an Jungbienen in den Winter, so daß die Völker fast durchwegs sehr schwach in den Winter und noch mehr aus dem Winter kamen. Referent empfiehlt die Frühjahrsfütterung. Die aufschlussreichen Ausführungen über Ort und Zeit der Reizfütterung waren bes. Für den Neuimker schon wegen ihrer Leichtverständlickeit von großer Bedeutung. Mit einem Bericht über sachgemäße Vereinigung von Schwächlingen schloß Hr. Staudenmeier seine lehrreichen Ausführungen.

Ohne der nötigen Einsicht aller Imker wäre dann die noch vorzunehmende Verteilung von 5 Liter Brennspiritus auf die ca. 140 Mitglieder mehr ein mathematisches Problem als eine kaufmänische Angelegenheit gewesen.

Mit dem Hinweis auf die im April stattfindende Generalversammlung fand die heutige Tagung ihrem Abschluß.

 

 

4.1948               Generalversammlung im Neuhaussaale zu Berchtesgaden

 

I Vorstand Hr. Seb. Knoglinger begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder; er gab zu Anfang verschieden Vereinsangelegenheiten bekannt und brachte dann einen ausführlichen Jahresbericht 1947 zur Verlosung. Dem Jahresbericht folgte der vom Kassier Moderegger erstellte Kassenbericht; dem Kassier wurde unter Dankensworten für die gewissenhafte Arbeit Entlastung erteilt.

Anschließend sprach noch Hr. Staudenmeier von Bischofswiesen über zeitgemäße Arbeiten am Bienenstand; dabei zeigte sich der Vortragende als ein äußerst erfahrener und trächtiger Imker, was nicht zu verwundern ist, wenn man weiß daß Hr. Staudenmeier nun schon seit 30 Jahren als Großimker tätig ist und bis zum 2te Weltkrieg immer 120-130 Bienenvölker hielt und musterhaft pflegte. Heute hat er nur noch 30 Völker.

 

 

5.1948

 

Nach einem Beschluss des Biyonalen Amtes in Frankfurt erhalten die Imker für 1948\49 für die Herbsteinfütterung der Bienen wieder 7,5 Kg Zucker zugewiesen. Hierfür müssen die Imker pro Volk 2,5 Kg Honig abliefern.

Die Ausgabe der genehmigten 7,5 Kg erfolgt wieder im 2 Raten und zwar 6 kg zur Herbsteinfütterung und 1,5 Kg für das Frühjahr als Reizfütterung; zum Zuckerbezug sind all jene Imker berechtigt, welche das Ablieferungszoll mit 2,5 Kg Honig pro Bienenvolk bis 31.07.1948 erfüllt haben. Die Vergütung pro Kilo Honig ist 4,60 Mark.

 

 

20.07.1948

 

Die Währungsumstellung vom Juli 1948 brachte auch für den Imkerverein einen Verlust von 1716,16 RM.

 

 

8.1948

 

Im April 1947 rief der Schriftleiter unserer Verbandszeitschrift “ Der Imkerfreund” zur Gründung eines Forschungsfonds auf. Laut Liste vom August 1948 (Imkerfreund Heft 8) gab der Imkerverein Berchtesgaden den Betrag von RM 150. An den Forschungsfond.

 

 

9.1948

 

In Heft 9 Jahrgang 1948 “ Imkerfreund” Seite 86 gibt der Landesverband Imker Bayern die Verantwortung und Dienstanweisung für die Seuchensachverständigen bekannt.

Danach ergeben sich für die Ortsseuchenwarte gemäß II. B folgende Aufgaben:

Im Bedarfsfalle können die Bezirks-Sachverständigen Helfer (sog. Hilfsseuchenwarte) aus den Imkerverein heranziehen, die nach geeigneter Ausbildung auf Vorschlag vom Obkva des LVBI zum Verfechter des Bezirksfachverständigen ernannt werden können.

Für die Tätigkeit der Hilfsseuchenwarte gelten folgende Richtlinien:

A) Sie unterstützen den Bezirksfachständigen in seiner Tätigkeit, sorgen mit demselben für die genaue Durchführung der oberpolizeilichen Vorschriften, überwachen den Gesundheitszustand in ihrem Ortsbezirk durch Standbesuche;

B) Sie verhalten sich gleich den Bezirks-Seuchenfachverständigen wie unter Punkt II b und c dargelegt ist.

C) führen im einem einfachen Heft Buch über ihre Tätigkeit nachfolgendem Muster:

Tag.

Ort.

Anzahl der besuchten Stände

Anzahl der besuchten Bienenvölker

Befund

Vorträgen und Belehrungen (wo u. wann?)

D) berichten bis 15 Dez. Nach diesen Notizen von den Bezirksseuchenverständigen, der den Bericht nach Bearbeitung an den Bezirks-Sachverständigen weiterleitet.

E) nach Möglichkeiten wirken auch sie bei den Imkern und Imkerverein belehrend und aufklärend. In ihrem Jahresbericht melden sie deshalb auch gehaltene Vorträge, Belehrungen und Versammlungen und dergleichen.

 

 

9.1948                 Aus der Mitteilung 2/48 des Landesverbandes:

Beitragsnachzahlung:


Durch die Währungsreform sind auch die Kassen alle Imker verbände leer geworden. Die Aufgaben unseres imkerlichen Verbandswesens müssen aber gerade in der Jetztzeit besonders kräftig verfolgt werden.... wir werden selbstverständlich auch fernerhin so sparsam wie nur möglich wirtschaften und glauben mit folgender Beitragszahlung für den Rest des Rechnungsjahres über die Schwierigkeiten hinweg zu kommen:

A) Verbandsbeitrag vom 21.6.48- 31.3.49         DM 1,50 je Mitglied

B) Versicherungsbeitrag 21.6.48- 31.3.49          DM 0,85 je Mitglied

Für neu aufzunehmende Mitglieder sind zu zahlen:

An den Landesverband DM 2,15 und an die Versicherung auch nur 0,85.

Flüchtlingsimkern wird die Aufnahmegebühr erlassen, der Vereinsbeitrag muß jedoc entrichtet werden.

 

 

10.7.1949         Ausflug zur Belegstelle Raggert:

 

Um die Begeisterung der Königinnenzucht noch mehr zu wecken, veranstaltete der Imkerverein am 10. Juli 1949 einen Ausflug zur Vereinseigenen Belegstelle Raggert bei Hintersee. Daran nahmen 55 Imker teil. Die vom Belegstellenwart Hr. Jos. Stocker geleitete Belegstelle machte auf alle Teilnehmer sichtlich einen großen Eindruck und gar manche Imker, sofern sie sich mit Königinnenzucht befassen, werden beim Anblick der dort aufgestellten vielen Königinnen sich ernstlich entschlossen haben, auch ihrerseits die jungen herangezüchteten Königinnen zur Begattung auf diese so herrlich inmitten der Bergwelt gelegene Belegstelle zu bringen, zumal auch noch Hr. Staudenmeier, der ebenfalls an dem Ausflug teilnahm, in beredeten Worten auf den hohen Wert einer Belegstelle hinwies.

Schließlich gedachte noch der 1. Vorstand Hr. Knoglinger des Schöpfers dieser einzig schön und ideal gelegenen Belegstelle des früheren 1. Vorstandes Komposch.

 

 

9.10.1949        Familienunterhaltung im Cafe Seimler:


Der Imkerverein hatte diesmal zu einer am 9. Okt stattfindenden Montas Versammlung nachmittags 2 Uhr im Cafe Seimler beim Imkerkameraden Vinzenz Pfnür aufgerufen. Die Versammlung war gleichzeitig auch als Familienunterhaltung gedacht und waren daher die Mitglieder mit ihrem Angehörigen und denen Frauen waren dem Rufe gefolgt. Der erste Teil der Versammlung galt unseren Bienen in einer Aussprache über die möglicherweise erforderlich werdende Begasung unserer Bienenvölker als Vorbeugung gegen die z.b. auftretende Milbenseuche.

Im zweiten, gesellschaftlichen Teile der Versammlung herrschte ungezwungene Fröhlichkeit und Heiterkeit bis in die späten Abendstunden, die für besonders “Stichfeste” sogar spät lagen. Allgemein herrschte vollste Zufriedenheit über die Durchführung dieser Monatsversammlung.

 

 

20.11.1949     Monatsversammlung im kleinen Neuhaussaale

 

Es war die letzte Monatsversammlung dieses Jahres. Vorstand Knoglinger berichtet über die letzte Bezirksversammlung.

 

 

12.2.1950        Montasversammlung im Neuhaus

 

12.3.1950        Montasversammlung im Neuhaus

 

Für beide Versammlungen fehlt jeglicher Bericht!

 

 

23.4.1950       Generalversammlung im Neuhaus zu Berchtesgaden

 

Die Versammlung wurde vom I Vorstand Hr. Knoglinger geleitet und mit Worten der Begrüßung eröffnet.

Jahresbericht pro 1949 und Kassenbericht gaben Aufschluss? Über die geschäftlichen Vereinsangelegenheiten.

Schriftführer Plenk trat dann von seiner Funktion als Schriftführer zurück.

In der sofort eingeleiteten Ersatzwahl ging mit Stimmenmehrheit Hr Metzenleitner Königssee als neugewählter Schriftführer des Imkervereines Berchtesgaden hervor.

Anschließend streifte Hr. Staudenmeier in einem kurzen Vortrag die Aufgaben des Imkers im Frühjahr.

Es wurde festgestellt, daß der Rückblick auf das verflossene Jahr 1949 bewiesen habe, daß die Führung des Imkervereines Berchtesgaden bei dem 1 Vorstand Hr. Seb. Knoglinger in den besten Händen ist.

 

 

14. 5 1950      Monatsversammlung im Neuhaus Berchtesgaden

 

1.Vorstand Knoglinger erläutere zunächst versch. Vereinsangelegenheiten; es wurde beschlossen, dem Antrage des 1. Vorstandes stattzugeben; danach sollen zukünftig die Monatsversammlungen regelmäßig am 2ten Sonntag eines jeden Monats stattfinden.

Weniger erfreulich war, was Vorstand Knoglinger anschließend zu berichten hatte:

Gleich einem Gespenst steht vor den Toren unseres Ländchens die große Gefahr der Milbenseuche, die im benachbarten Österreich bereits tausende von Völker vernichtet. Mit großer Sorge wurden diese Mitteilung von den Versammlungsteilnehmern aufgenommen, ganz besonders schon deswegen, weil – wie Knoglinger weiter ausführte, auch bereits am Rande des Berchtesgadener Talkessels dieser schleichende Tod am Bienenstand Einkehr gehalten hat.

Dem Imker Kurz in der resten gebührt der Dank u. die Anerkennung, die große Gefahr einer Seuchenweiterverbreitung sofort erkannt zu haben, indem er durch die schmerzliche, aber einzig richtige Maßnahme der Abschwefelung des verseuchten Volkes diese bannte.

Zu diesem Falle nahm dann Hr. Staudenmeier als örtrl. Seuchenfachverständiger ausführlich Stellung, indem er die Imker in leicht verständlicher Weise über Krankheitserscheinungen u. Bekämpfung der Seuche aufklärte. In weiteren Aufklärungen wirkte er hinsichtlich anderer Bienenkrankheiten u. Schädlinge auf die Imker ein, in diesbezüglichen beobachtungen nicht lau zu sein.

Zum Schluss der Versammlung traf Vorstand Knoglinger noch die Maßnahmen zur Abhaltung eines Zuchtkurses bei Vinzenz Pfnür, was von Jung u. Alt lebhaft begrüßt wurde.

 

 

21.5.1950        Zuchtkurs bei Vinzenz Pfnür im Seimler Lehen.

 

Begünstigt durch herrliches Bienenwetter, hatten sich die Imker zahlreich zum Kurse eingefunden. Imker Pfnür hatte in vorbildlicher Weise die erforderlichen Vorbereitungen getroffen, so daß der Lehrgang, der unter Führung des Hr. Staudenmeier, assistiert von Belegstellenleiter Josef Stocker, stattfand, ein voller Erfolg war. Theorie Praxis ergänzen einander u. durfte man überzeugt sein, daß die Worte u. die praktischen Vorführungen vor allem bei den Jungimkern auf fruchtbaren Boden gefallen sind.

Der Tag klang dann noch bei gemütlichem Beisammensein im Cafe Seimler aus.

 

 

18.4.1950        Monatsversammlung im Neuhaus:

 

Es mag wohl auf die beginnende Ernte zurückzuführen sein, daß der Besuch dieser Versammlung bes. aus landwirtsch. Kreisen ser zu wünschen übrig ließ.

Vorstand Knoglinger ereilte sofort nach Eröffnung dem Hr. Staudenmeier das Wort, der in trefflicher Weise den Anwesenden die richtigen Wege in der Schwarmbehandlung, Vermehrung u. Volksverjüngung wies.

Anschließend wurde erklärt, damit einverstanden zu sein, wenn in den folgenden Hauptsommermonaten von weiteren Zusammenkünften abgesehen wird.

 

 

10.9.1950        Nach 2 monatiger Pause versammelten sich wieder zahlreiche Imker im Neuhaussaale

 

Eingangs erledigte 1. Vorstand Knoglinger die geschäftlichen Angelegenheiten, während der 2. Teil wieder der sachlichen unterhaltung gewidmet war. In diesem zusammenhang wies Hr. Staudenmeier auf eine sachgemäße Herbstbehandlung der Bienen hin, die zum großen Teil ausschlaggebend für den Erlog im nächsten Jahr ist. Reizfütterung u. ausreichende Pollenversorgung bilden dabei die Voraussetzung für eine gute Überwinterung u. Entwicklung der Völker im kommenden Frühjahr.

Beispielgebend für die Jungimker war bei dieser Zusammenkunft die Anwesenheit unseres alten Imkerkameraden Matth. Reiner sen. vom Vierradlehen, der noch mit regem Interesse die belange des Vereines verfolgt.

 

 

8.10.1950        Monatsversammlung im Neuhaus

 

Zu einem letzten Rückblick auf das abgelaufene Bienenjahr fanden sich wieder viele Imker im Vereinslokale ein. Mit Interesse u. Dank wurden die letzten Anweisungen unseres geschätzten Lehrmeister Staudenmeier über eine ordentliche Einwinterung entgegengenommen, einer Tätigkeit, die im großen Maße über Leben und Tod unserer kleinen Freunde entscheiden.

 

 

12.10.1950

 

Der Landesverband bayr. Imker gab in Heft 12 Seite 223 des „Imkerfreund“ die am 1. Okt. 1950 in Kraft getretenen neuen gesetzlichen Bestimmungen über die Bekämpfung der bösartigen Faulbrut, Nosema oder Darmseuche u. der Milbenseuche v. 27.10.1950 bekannt.

 

 

Gesamtmenge des abgelieferten Honigs

 

In den Jahren 1940 bis 1948 wurden auf Grund der Sonderaktionen und entsprechend weiterer Sonderablieferungsverpflichtungen abgeliefert:

1940                16,20 Ztr.

1941                23,15 Ztr.

1942                19,40 Ztr.

1943                25,16 Ztr.

1944                44,35 Ztr.

1946                21,12 Ztr.

1948                46,25 Ztr.

Gesamt           195,63 Ztr.