Abschrift der Vereinschronik von 1966 - 1975

 

27.2.1966           Generalversammlung

46 Mitglieder anwesend. Der erste Vorstand Knoglinger brachte in seinem Bericht, dass die Belegstelle Raggert mit 55 Königinnen beschickt wurde, wovon 39 Stück begattet, 7 Stück ausgezogen und 9 Stück verloren gingen.

Mit großem Beifall konnte der Vorsitzende nachstehenden besonders treuen Mitgliedern goldene und silberne Ehrennadeln mit eingerahmten Urkunden überreichen:

 

In Gold an:

Lenz Josef, Königssee, Meislerlehen

Giritzer Franz, bischofswiesen, Stadlhäusl

Hölzl Georg, Au, Haus Buchenwald

Marx Irmtraud, Schönau Immenhäusl

Pfnür Josef, Bischofswiesen, Bachei

Partisch Anton, Bischofswiesen, Sdlg. Winkl

Moderegger Josef, Bischofswiesen, Göllstraße 82

Hallinger Hyronimus, Schönau Hs. Lindeneck

Kurz Anton, Au, Lacklehen-Resten

Gruber Josef, Berchtesgaden, Doktorberg

In Silber an:

Brandner Georg, Au, Mühlau

Rasp georg, Schönau, Hs. Lindenhügl

Steimke August, Salzberg, Heidenbichl

Riedl Alois, Bischofswiesen, Hs. Sonnenfried

Pfnür Sebastian, Salzberg, Anötzhäusl

Aschauer Hermann, Ramsau, Kasperlehen

Tannig Josef, Bischofswiesen, Haus Eschenau

Moderegger Sebastian, Bischofswiesen, Kaserne Strub

Votz Josef, Bischofswiesen, Weihererlehen

Angerer Franz, Bischofswiesen, Malerlehen

Trübenbacher Josef, Markt-Schellenberg

Bernt Johann, Berchtesgaden, Reichenbachstraße 18

Brandner Peter, Berchtesgaden, Mitterweinfeld

Sehr begrüßt wurde auch, dass der Verein 11 Stück neuzeitliche Bienenbücher zum Ausleihen gegen 50 Pfenning Leihgebühr beschafft hat. Diese Bücher sind insbesondere für die Jungimker gedacht.

 

25/26.2.66         Seuchenlehrgang und Bienenprobenuntersuchung durch BB Herrn Koller im  Gasthof Neuhaus.

Unser Mitglied Jakob Metzenleitner, Königssee, Haus Königstal hat sich in dankenswerter Weise als Seuchenwart zur Verfügung gestellt. Dort ist auch das vereinseigene Mikroskop stationiert.

 

27.4.1966           Frühjahrsversammlung

39 Mitglieder anwesend.

Herr BB-Keller hielt ein ausführliches Referat über die Durchlenzung der Völker und über die erforderlichen Arbeiten am Stand.

Auch hat uns bei dieser Versammlung hier Hauptlehrer Hofmann, zweiter Kreisvorsitzender von Berchtesgaden - Laufen aus Saaldorf einen Besuch abgestattet und dabei ein Referat über seine Betriebsweise gehalten.

 

27.4.1966           Standbegehung auf dem Stand von H. Jakob Metzenleitner, Königssee, Haus Königstal und H. Anton Maltan, Mooshäusl

19.5.1966           Königinnenzuchtlehrgang durch BB Herrn Koller auf dem Stand des Imkerkameraden Hyronimus Hallinger.

 

30.10.1966        Herbstversammlung

47 anwesende Mitglieder. Hier BB Herr Keller hielt ein ausführliches Referat über die Völkereinwinterung.

Die Mitgliedsversammlung beschloss die Belegstellen Gebühr auf 1 DM pro Königin zu erhöhen. Mai + Juni sehr gut. Die Ahorn + Löwenzahn Tracht war ausgezeichnet. Der Monat Juli und August hatte Dauerregen. Die Gefahr des Verhungerns war sehr groß, besonders der geschleuderten Völker.

 

26.2.1967           Generalversammlung

Der Mitgliederstand betrug am 31.12.1966, 90 Mitglieder. Früher waren es schon einmal 160.

Im Bienenjahr 1966 wurden auf die Belegstelle Raggert 150 Königinnen angeliefert, wovon 126 Stück begattet wurden, 24 Stück gingen verloren. Die Belegstelle war mit einem mit einer guten Sklenar-Königin besetzt.

 

9.4.1967             Frühjahrsversammlung

50 Mitglieder anwesend. Hierzu sind auch 22 Imkerkameraden aus Nachbarlandkreisen erschienen unter anderem der erste Vorstand von Bad Reichenhall Herr Doktor Meus, Herr Oberlehrer Hofmann aus Freilassing. Bei dieser Versammlung wurde auch der 60. Geburtstag unseres Vorstandes gefeiert, wobei ihm ein schöner Schmuck Teller überreicht wurde.

Der Neuhaussaal war voll besetzt.

Unserem treuen Mitglied Josef Hackenberg (75 jährig) vom Salzberg, Buchenhöhe konnte vom ersten Vorstand Knoglinger die goldene Ehrennadel überreicht werden.

Erfreulicherweise hat sich das Mitglied Karl Hasenknopf aus Schönau Hau Weiherbichl bereiterklärt die Wachsverarbeitung und das Wabengießen zu übernehmen. Anschließend fand dann am Nachmittag mit einem Teil der auswärtigen Gäste eines Standbegehung beim Vorstand Knoglinger, sowie bei den Imkern Jakob Metzenleitner + Alois Riedl sowie auf der Belegstelle Raggert Hirschbichl statt. Unser Vorstand brachte es an diesem Tag fertig, dass circa 20 Pkw die Hirschbichlstraße befahren durften.

Im Sommer 1967 war kaum eine Honigernte möglich. Die nasse und kalte Witterung mit den dauernden Schneefällen bis ins Tal hat die Honigerzeugung vernichtet. Wer im Frühjahr und im Frühsommer nicht mit Honigwasser gefüttert hat, ist bei der Honigernte leer ausgegangen, denn das Winterfutter war bis zum letzten Tropfen ausgezehrt.

 

25.5.1967           Königinnenzuchtlehrgang auf dem Stand von Hyronimus Hallinger, Schönau, Haus Falkenstein.

 

15.10.1967        Herbstversammlung

29 Mitglieder erschienen. Hier BB. Keller gab uns Aufschluss über den vergälten Zuckerkrieg. Ergab dabei der Hoffnung Ausdruck, dass er nächstes Jahr einen besseren vergällten Zucker geben soll.

 

21.01.1968        Generalversammlung

40 Mitglieder anwesend. Der Mitgliederstand betrug am 31.12.1967 83 Mitglieder. Vorstand Knoglinger gab in seinem Bericht bekannt, dass im Bienenjahr 1967 die Belegstelle Raggert mit 120 Stück Königinnen gut beschickt wurde, wovon 75 Königinnen begattet und 45 Stück verloren gingen. Die Verluste waren überwiegend wetterbedingt.

 

17.3.1968           Frühjahrsversammlung. 38 Mitglieder anwesend

 

26.05.1968        Königinnenzucht Lehrgang auf dem Stand des Imkers Hyronimus Hallinger, Schönau, Haus Falkenstein durchgeführt von Herrn BB Keller. Hierzu sind 15 Mitgliedere rschienen. Es wurde dabei gleichzeitig ein Körlehrgang durchgeführt. Was die Honigernte des Sommers 1968 anbetrifft hat uns teils gut befriedigt und teils schwer enttäuscht, denn bei der zweiten Schleuderung ist Melezitosehonig in rauen Mengen aufgetreten welche sich nicht mehr schleudern lies. Dieser Honig brachte für uns Imker ein Problem der Verzweiflung und Ratlosigkeit sowie eine kaum zu bewältigende Arbeitslast. Am 18.7.1968 ja übersandte und dann der Fachberater für Bienenzucht des Bezirks Oberbayern in München ein Rundschreiben über diesen komischen Honig. Unser Vorstand Knoglinger lies dieses Rundschreiben sogleich vervielfältigen und verschickte es an alle Mitglieder.

Das schaut ja 1968 war für die Imker ein grausiges Jahr. Bei größeren Imkern waren 10 – 15 Zter. Nicht schleuderbar. Der Honig steckte wie Zement in den Zellen.

 

29.9.1968           Herbstversammlung: Anwesend 42 Mitglieder

 

9.2.1969            Generalversammlung: 24 Mitglieder anwesend. 

Bei dieser Versammlung hat sich Herr Karl Hasenknopf aus Schönau, Haus Weiherbichl bereiterklärt die Wachsverarbeitung und das Wabengießen weiter zu übernehmen. 

 

13.4.1969           Frühjahrsversammlung: 42 Mitglieder anwesend.  

Zu dieser Versammlung gedachten die Mitglieder an den bitteren Verlust unseres Ehrenmitglieds Josef Stocker (vulgo Schmänei) von Salzberg, Vogelrast. Er ist am 10.2.1969 verstorben. 

Was die Honigernte des Sommers 1969 anbetrifft war diese zufriedenstellen. Das Sommerwetter konnte als gut bezeichnet werden. 

 

23.11.1969:       Herbstversammlung: 27 Mitglieder anwesend. 

Der Vorstand musste leider bei dieser Herbstversammlung eine Beitragserhöhung von bisher 10 DM auf 14 DM zur Abstimmung bringen, weil der Beitrag an den bayerischen Landesverband auf 8,70 DM und der Versicherungsbetrag auf 3,30 DM erhöht wurde. Der Vereinskasse verblieben hiermit nur 2 DM pro Mitglied. Der Beitragserhöhung musste einstimmig zugestimmt werden. Der Mitgliederstand betrug am 31.12.1969 81 Mitglieder. 

 

15.3.1970          Frühjahrs- und Generalversammlung 

Hallo dir Vorstands, Schrift, Kassenbericht wurde von den Mitgliedern gebilligt und der Vorstandschaft Entlastung erteilt. 

Anschließend fand auch wieder nach 4 Jahren die Neuwahl statt Punkt es wurde von den Mitgliedern wieder die alte Vorstandschaft gewählt und zwar an der Spitze unserer Altbewährter Vorstand Sebastian Knoglinger, als zweiter Vorstand und Schriftführer Otto Hölzel und als Kassier wiederum Jos. Vinatzer für weitere 4 Jahre. Diese Frühjahrs + Generalversammlung ich zum Leidwesen der Vorstandschaft sehr schlecht besucht. Aus dem Vorstandsbericht ging hervor, dass auf unsere Belegstelle Raggert am Hirschbichl im Bienenjahr 1969 94 Königinnen, davon allein 75 Stück von Imker Hyronimus Hallinger aus Schönau angeliefert wurden. 66 Königinnen wurden begattet, 15 Stück sind ausgezogen. 

Der Vorstand Herr Knoglinger gab bekannt, dass unser BB Herr Keller nun seit 20 Jahren unserem Verein als Berater zur Verfügung steht und dankte ihm im Namen aller Mitglieder für seine aufopferungsvolle Tätigkeit. Als kleine Anerkennung wurde ihm ein Geschenkkorb überreicht. 

13.6.1970 Standbegehung. Leider nur 6 Imker erschienen 

 

18.10.1970        Herbstversammlung. 35 Mitglieder anwesend. 

Herr BB Keller hielt ein Referat über Königinnenzucht und Ablegerbildung. Nur 5 Wabenableger überwintern. 

Neuaufnahmen: 

Stanggassinger Josef, Au, Ettenberg 

Schiffl Valentin, Marktschellenberg. 

Mitglieder stand am 31.12.1970: 73 Mitglieder 

 

8.2.1971 fand auf verschiedenen Ständen bereits ein Reinigungsflug statt. An schattigen und an höher gelegenen Ständen fand der große Reinigungsflug erst am 13.3. 71 statt. Bei letzteren Ständen war es hierzu höchste Zeit. 

28.2.1971 Nachmittag 13:30 Uhr fand im Gasthof Zollhäusle in Freilassing die alljährliche Kreisversammlung statt. Die Einladung hierzu wurde vom Vorstand Knoglinger allen Mitgliedern zugestellt. An dieser Versammlung haben zirka 30 Berchtesgadener Imker teilgenommen. 

Bei dieser Kreisversammlung sprach das Vorstandsmitglied des Landesverbands bayerischer Imker Herr Franz Hall aus Uffing. Er zeigte auch einen Farbfilm über seine Betriebsweise und vom Standort seiner Imkerei. Er wurde von Herrn Hall mit viel Geschick und mit zeitigen Erläuterungen umrahmt. Er erhielt sehr großen Beifall. 

Außerdem wurde noch ein Farbfilm ,,Apis mellifera - Priesterin im Tempel der Natur” vorgeführt. 

An der Kreisversammlung nahmen auch Imker aus Österreich teil. Kreisvorsitzender H. Josef Hofmann aus Saaldorf hielt auch einen Vortrag über die Imkerei und Honigerzeugung. 

Nun noch ein paar Worte zum Winter 1970/ 71: Zugeschneit hat es kurz vor Weihnachten. Die Winterruhe war für unsere Bienen ausgezeichnet. Die Witterung war sehr trocken. In den Monaten Januar und Februar hat es kaum geschneit, es gab sehr viel Sonnenschein. Praktisch hat es nur kurz vor Weihnachten, anfang u. ende Februar u. um den 10/ 11.3.71 geschneit. 

Vom 2.-9-3-1971 waren die kältesten Tage des vergangenen Winters. In der Nacht zum Samstag hat die Wetterstation B`gaden minus 20 Grad gemessen. Dies war die tiefste Märztemperatur seit Bestehen der B`gadener Wetterstation. Im März 1929 wurden einmal minus 18,1 Grad u. am 23.3.1958 17,7 Grad minus registriert. Der Berchtesgadener Anzeiger schrieb am 8.3.1971 von einer sibirischen Kälte überall in Europa. 

 

18.4.71 Die Mitgliederversammlung wünschte unserem unermüdlichen Vorstand Knoglinger zu seinem am 14.4.71 stattgefundenen 65. Lebensjahr alles Gute. Er war seit 23 jahren Vorstand, 7 Jahre Kassier und 13 Jahre Belegstellenleiter in Raggert am Hirschbichl. Dem Vorstand Knoglinger wurde ein Geschenkkorb überreicht. 

 

18.4.1971 General und Frühjahrsversammlung. Erschienen sind 40 Mitglieder 

Der Vorstands-, Schriftführer u. Kassenberichtwurde von den Mitgliedern gebilligt und mit großem Beifall angenommen. 

Leider hatte der Imkerverein den Verlust eines treuen Mitglieds Herr Hans Sebold aus Ramsau zu beklagen. Herr Sebold ist am 23.2.1971 verstorben. Vorstand Knoglinger hat am Seelengottesdienst in Ramsau teilgenommen.  

Der 2. Vorstand u. Schriftführer Hölzl gab bekannt, dass unser allseits beliebter und unermüdlicher Vorstand Knoglinger am 14.4.1971 seinen 65. Geburtstag feiern konnte. Es wurde ihm nachträglich ein Geschenkkorb überreicht. Knoglinger ist nun schon seit 23 Jahren 1. Vorstand, seit 13 Jahren Belegstellenleiter. Früher war er auch einmal 7 Jahre Kassier. 

 

21.11.71 Herbstversammlung im Gasthaus Bieradam 

Die Teilnehmerzahl betrug 49 Imker Der Imkerverein Berchtesgaden feierte bei dieser Herbstversammlung sein 50-jähriges Bestehen. Der Vorstand Knoglinger eröffnete die Versammlung Gedenken an die in diesen 50 jahren gefallenen und verstorbenen Vereinsmitglieder. 

Als Ehrengäste und Gratulanten konnte der Vorstand Knoglinger den Kreisvorsitzenden Josef Hofmann aus Saaldorf, Die Vorstände der Imkervereine Bad Reichenhall u. Waging Dr. Mathäus Neuss u. Michael Bersohlmayer, unseren Bienenzuchtberater Anton Keller sowie den Altmeister Julius Staudenmeier aus Bischofswiesen, der sich trotz seiner 89 Jahre noch bester jugendlicher Frische erfreut ein vollbesetzter Speisesaal ,,Bieradam” begrüßen. Der Vorstand Knoglinger bedankte sich mit großer Freude, dass seinem Ruf so viele Mitglieder erschienen sind. Der Imkerverein wurde im Jahre 1921 gegründet. Fast die Hälfte dieses halben Jahrhunderts und zwar seit 1.3.1948 und noch ist Sebastian Knoglinger erster Vorstand. Mit Stolz und Recht konnte der Schriftführer u. 2. Vorstand Otto Hölzl in seinem Schriftführerbericht feststellen: Seit mehr als 23 Jahren hat unser unermüdlicher Vorstand Seb. Knoglinger unsere traditionsreiche Berchtesgadener Imkerfamilie er. Seit mehr als 13 Jahren die Belegstelle Raggert am Hirschbichl in vorbildlichster u. kameradschaftlichster Weise bis auf den heutigen Tag geführt und sein Können und Fachwissen in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt. 

Zusammenstellung sämtlicher Vereinsvorstände: 

Provisorischer Vorstand Corperator Baierl                             v. 19.12.1921-1.1.22 

Vorstand Josef Weiß, B´gaden                                      2.1.22 - 14.5.22 

Vorstand Komposch, Ramsau                                     14.5.22 - 17.2.35 

Vorstand Franz Stadler, Sch`berg                                                    17.2.35 - 17.2.36 

Vorstand Fritz Koll                                                     17.2.36 - ? .41 

Vorstand Josef Stocker, Schmänei                                       1941 – 5.45 

Matthias Reiner, Kommisarisch                                           3.46 - 6.46 

Josef Stocker, Schmänei                                                6.46 - 28.2.48 

Sebastian Knoglinger                                                    1.3.48 - noch 

Unser unermüdlicher Bienenzuchtberater Herr Anton Keller betreut uns schon seit dem Jahre 1950. 

Erwähnenswert ist auch noch, dass Die Belegstelle Raggert am Hirschbichl im Jahre 1922 errichtet wurde. Der Damalige Vorstand Komposch, Oberlehrer aus Ramsau war der Anreger dazu. 

 

20.2.72              Kreisversammlung in Freilassing, Gasth. Zollhäusl 

Der Kreisvorsitzende Hofmann sprach über den Umweltschutz welcher auch die Bienenzucht betrifft. 

Anschließend sprach der Österreichische Carnica Züchter und Großimker Wolfgang Singer aus Purgstall, sowie einen Farbfilm ,,Leben u. Sterben einer Bienenkönigin” 

17.1.1972 Pfarrer Edmund Herold verstarb am 17.1.1972 unerwartet im 71. Lebensjahr. Er war langjähriger Schriftleiter der Zeitschrift Imkerfreund. Man nannte Ihn den Bienenpfarrer. Er war auch Autor einiger Imker-Fachbücher von Rang. (Siehe Nachruf im Imkerfreund Heft 3 / März 1972) 

 

16.4.1972           General und Frühjahrsversammlung. Teilnehmerzahl 38 

Der Vorstands-, Schriftführer und Kassenbericht wurde von der Mitgliederversammlung mit großem Beifall aufgenommen und der Vorstandschaft Entlastung erteilt. Leider hatten wir wieder den Verlust eines treuen Mitglieds zu beklagen. Herr Albin Kopper aus Bischofswiesen ist am 15.1.1972 verstorben. 

Der Mitgliedsbeitrag musste wegen Erhöhung der Versicherungsschäden von bisher 14 DM auf 15 DM jährlich erhöht werden, wozu die Mitgliederversammlung einstimmig zustimmte. 

Ihr Mitgliederstand betrug am 31.12.1971 73 Mitglieder. 

Und nun noch ein kleiner Auszug aus den Aufzeichnungen der Berchtesgadener Wetterstation. 

Mitte März 1972 hatte sich die Atmosphäre bis zum Boden durchgesetzt. Da auch die Bodenfeuchtigkeit durch die anhaltende Trockenperiode sehr gering war hat die Wetterstation Berchtesgaden am 17.3.1972 um 16:30 Uhr eine relative Luftfeuchtigkeit von 10% mit dem Aspirationshygrometer gemessen. An Hydrographen betrug sie nur ein Prozent. Der langjährige Mittelwert liegt jedoch bei 63%. An Ostern kam dann endlich der lang ersehnte Regen. 

Der Vorstand u. Belegstellenleiter Knoglinger hat berichtet, dass die Belegstelle Raggert im Sommer 1971 mit 134 Königinnen beschickt wurde, wobei 93 Stück begattet wurden. 

Imkerkamerad Karl Hasenknopf, Schönau, Weiherbichl hat erklärt, dass er die Wachsverarbeitung im Hinblick auf sein Alter (75 Jahre) nur noch bis Herbst 1972 machen kann. 

 

16.8.1972           wurde Altmeister Staudenmeier aus Bischofswiesen 90 Jahre alt. Der erste und zweite Vorstand überreichte ihm für seine Verdienste im Verein einen Geschenkkorb. Die bienenzucker Bestellung für die Herbstein Fütterung 1972 betrug insgesamt 89,4 kg davon 44,15 kg Weißzucker 45,25 kg vergelten Eisenoxid-Zucker. Die Ausgabe erfolgte anfangs Juli im Baywa Lagerhaus. 

 

1.10.1972          Generalversammlung im Gasthof Bieradam. Teilnehmerzahl ca. 30 Mitglieder. 

Der 1. Vorsitzende Knoglinger begrüßte alle anwesenden Mitglieder und Gäste, insbesondere unseren Bienenzuchtberater Anton Keller aus München, den Kreisvorsitzenden Herrn Hofmann aus Saaldorf. 

Vorstand Knoglinger gab auch einen Bericht über die Belegstelle Raggert am Hirschbichl. Im Sommer 1972 wurden dort 196 Stück Königinnen angeliefert. Hiervon wurden 147 begattet, 41 Stück gingen verloren und 8 Stück sind ausgezogen. Die Belegstelle wurde von 7 Züchtern unseres Vereins beschickt. 

Bienenzuchtberater Keller hat für 1973 wieder einen Königinnenzuchtlehrgang angeregt. Der Vorstand konnte an die treue Imkerin Frl. Therese Bernegger vom Dietfeldhof die goldene Ehrennadel vom Bayer. Landesverband überreichen. Die Mitgliederversammlung hat sich wieder für das frühere Vereinslokal ,,Gasth. Neuhaus” ausgesprochen. 

% ab 1973 Steinke 

 

11.3.73                Kreisversammlung in Freilassing, Gasthof Zollhäusl 

Es sprach Herr Josef Herold über ,,Honigquellen im Wald”. Der Verein war mit 13 Mitgliedern vertreten. 

 

8.4.73                  General- und Frühjahrsversammlung im Vereinslokal Neuhaus 

Herr Seb. Knoglinger 1. Vorstand des Vereins trat nach 25-jähriger Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen zurück. 

In dankbarer Würdigung langjähriger Treue und vorbildlichen Wirkens zur Förderung der Bienenzucht wurde heute, Herr Sebastian Knoglinger, Berchtesgaden zum Ehrenvorsitzenden des Imkervereins Berchtesgaden ernannt, durch den Landesverband Bayer. Imker. gez. Hans Freudenstein, 1. Vorsitzender 

Neuwahl der Vorstandschaft: 

1.     Vorstand Sebastian Maltan, Mooshäusl 

2.     Vorstand und Kassier Hyronimus Hallinger, Schönau Haus Falkenstein 

Schriftführer Otto Hölzl Berchtesgaden, Maria Gern Etzerschlössel 

 

10.4.73              Sebastian Knoglinger wurde durch die neue Vorstandschaft mit der Ehrenurkunde und einem Geschenkkorb verabschiedet. Sebastian Knoglinger war vom 1.2.41 bis 1.3.48 Kassier. 1. Vorsitzender des Imkervereins: 1.3.48 bis 8.4.73. 2. Kreisvorsitzender Laufen 15.8.51 bis 15.9.53. 1. Kreisvorsitzender des Kreisverband Laufen 15.1.55 bis 15.10.67. 2. Bezirksvorsitzender des Bezirksverband Oberbayern 1.8,60 bis 1.10 68. Leiter der Belegstelle seit 1958. Mitglied des Imkervereins seit 1935. 

 

29.7.73              Einwinterungslehrgang am Stand des Vorstands Maltan in Schönau. Es waren 25 Mitglieder anwesend. 

 

21.10.73            Herbstversammlung im Vereinslokal Gasthaus Neuhaus. 

Es waren 32 Mitglieder anwesend. Der 1. Vorstand Seb. Maltan begrüßte alle anwesenden Mitglieder, besonders unseren Bienenzuchtberater Keller aus München aufs herzlichste. 

Anton Keller sprach über mögliche Einnahmequellen der Bienenzucht, unter anderem über die Gewinnung von Kittharz. 

Durch die erhöhten Abgaben an den Landesverband und der Versicherung musste der Vereinsbeitrag von 18 DM auf 25 DM angehoben werden. An die Belegstelle Raggert wurden 131 Königinnen angeliefert. Der Vorstand begrüßte das neue Mitglied Alois Angerer. Der Mitgliederstand betrug am 31.12.1973, 69 Mitglieder 

14.5.73                Die Wetterstation Berchtesgaden hatte eine Rekordmarke von 30,7 Grad C. 

 

1974

3.3.74                Kreisversammlung in Freilassing Gasthaus Zollhäusl unter dem Vorsitz von Herrn GG. Haberlander aus Teisendorf. 

Der Bezirksvorsitzende Herr Felix Kriechbaum hielt ein Referat über ,, Apimondia in Moskau” worüber wir auch einen Film sahen. 

 

31.3.74              General und Frühlingsversammlung im Vereinslokal Gasthof Neuhaus.  

Es waren 41 Mitglieder erschienen. Der erste Vorstand Sebastian Maltan begrüßte alle Mitglieder sowie Herrn Haberlander aus Teisendorf. Ehrenvorsitzender Sebastian Knoglinger, den Vorsitzenden des Imkervereins Saaldorf Herrn Oberlehrer Hofmann und den uns immer zur Seite stehenden Bienenberater Anton Keller aus München. Hier Hofmann aus Saaldorf hielt einen Vortrag über die Wichtigkeit der Zuchtauslese. Bienenzuchtberater Anton Keller führte einen Farbfilm vor über den Honig als köstliche Gabe der Natur und der Biene. 

Der Kreisvorsitzende Herr Haberlander regte an, dass die Sklenar-Königinnen aus dem Kreisgebiet auf die Belegstelle Raggert am Hirschbichl gebracht werden sollen. Herr Hankenberg trat aus Altersgründen (83) aus dem Verein aus. 

 

23.5.74              der Kreisverband machte unter der Führung des Kreisvorsitzenden Herrn Haberlander aus Teisendorf einen Ausflug nach Berchtesgaden und besichtigte auch unsere Belegstelle Raggert am Hirschbichl. Unser Belegstellenleiter Seb. Knoglinger und die Vorstandschaft führten den Gästen die Belegstelle mit den Belegstellenvölkern vor.  

Die Gäste waren sehr begeistert über unsere Belegstelle und baten, ihre Königinnen (aus dem Kreisverband) zur Begattung anliefern zu dürfen, was ihnen zugesagt wurde.  

 

27.7.74              Machte der Imkerverein eine Standbesichtigung beim 1. Vorstand Seb. Maltan. Die Imker waren zahlreich erschienen. 

Unser Bienenzuchtberater Anton Keller hielt einen Vortrag über den Lärchenhonig, sogenannten Melizitosehonig, den wir wieder einmal hatten. Er erklärte, dass dieser Honig ein Dreifachzuckerhonig sei und diesen die Bienen nicht aufspalten können. Die Wissenschaftler vermuten, dass bei der Nektarerzeugung eine neue Lekanienart aufgetreten ist. 

Herr Keller riet allen Imkern vor der Herbsteinfütterung diesen Melizitosehonig restlos aus dem Brutraum herauszunehmen.  

Der Landeszuchtobmann Herr Herold, Fachberater für Oberbay. Beim Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, hat mit unserem Belegstellenleiter Seb. Knoglinger, Bienenzuchtberater Anton Keller und den ersten Vorstand Seb. Maltan unsere Belegstelle Raggert besichtigt und in bester Ordnung befunden. 

 

3.11.74              Herbstversammlung im Vereinslokal Gasthaus Neuhaus. 

Es sind hierzu 36 Mitglieder erschienen. Unser Bienenzuchtberater hielt wieder ein ausführliches Referat über die Einwinterung. So legte er den Imkern immer wieder ans Herz, wie man einwintert, so wird man auch auswintern. 

Belegstellenleiter Seb. Knoglinger berichtete über das Begattungsergebnis der Belegstelle Raggert. Es wurden 287 Königinnen angeliefert. Das erste Mal war der Kreisverband mit 71 Königinnen vertreten. Das Begattungsergebnis war 74%. Besonders ist noch zu erwähnen, dass sich unsere Mitglieder Jakob Metzenleitner (78 Jahre) als Seuchenwart und Karl Hasenknopf (77 Jahre) als Wachsverarbeiter zur Verfügung gestellt haben. 

 

13.7.74                wurde von der Wetterstation Berchtesgaden der wärmste Tag mit 32,3 Grad Celsius gemessen. Der Februar 1974 war der wärmste Monat seit 1966. 

Steinke 

 

% 1975

23.2.1975 Kreisverbandsversammlung in Freilassing unter dem Vorsitzenden Herrn Haberlander. 

Herr Alois Santl Kreisvorsitzender aus Frasdorf hielt ein Referat über Auswinterung, Frühjahrsbehandlung bis zur Ablegerbildung. Es gab noch einen Film über die Faulbrut. Der Imkerverein Berchtesgaden war mit Mitgliedern vertreten. 

 

1.3.75 Der Vorstand Seb. Maltan und Kassier H. Hallinger waren in Nürnberg zur Züchtertagung. 

 

13.4.75 General u. Frühjahrsversammlung in Vereinslokal Neuhaus. 

Es waren 47 Mitglieder anwesend. 

Der Vorstand Seb. Maltan begrüßte alle anwesenden Mitglieder, insbesondere den Ehrenvorsitzenden mSeb. Knoglinger und Herrn Hektor Hofmann und dankte für Ihr Erscheinen. 

Die Frühjahrsversammlung, so sagte der Vorstand ist auch dazu bestimmt der Mitgliederversammlung Rechenschaft abzulegen über das Wirken der Vereinigung, insbesondere der Vorstandschaft und des Kassiers. 

Auf Anregung der Vorstandschaft wurde von der Mitgliedschaft einstimmig beschlossen, im Bereich der jetzigen Belegstelle ein Bienenhaus für 6-8 Völker zu errichten. Der Vorsitzende wurde beauftragt, die Pachtverhandlung mit dem Forstamt unverzüglich aufzunehmen. 

Herr Hektor Hofmann hielt einen Vortrag über die Auswinterung und Durchlenzung der Bienenvölker. 

 

10.9.75 Unser allseits beliebter und hochverdienter Bienenzuchtberater Anton Keller aus München ist kurz nach seinem 75. Geburtstag verstorben. Herr Keller hat uns von 1949 bis zu seinem Tode als berater der Bienenzucht betreut so so manches Wissengelehrt. 

So mancher Imker hat ihm viel zu verdanken. 

 

9.11.75 Herbstversammlung im Vereinslokal 

Es beteiligten sich 31 Mitglieder. 

Der erste Vorstand Seb. Maltan eröffnete die Versammlung und begrüßte alle Mitglieder des Vereins den Ehrenvorsitzenden Seb. Knoglingrt und Herrn Hektor Hofmann und dankte für das zahlreiche Erscheinen. 

Die Mitglieder gedachten des verstorbenen Anton Keller. 

Hector Hofmann hielt einen ausgezeichneten Vortrag, worauf er auch hinwies, dass die Fichte sehr unsicher im Nektar spenden geworden ist und der von uns Imkern nicht gern gesehene Milizitosehonig für die Medizin ein großes Interesse hervorrief. Nach dem Belegstellenbericht des Leiters Herrn Knoglinger wurden 1975 / 245 Königinnen zur Begattung angeliefert. Der Beg. % war gut. Der Vereinsmitgliederstand war am. 31.12.75 68 Mitglieder. 

                     Steinke