Abschrift der Vereinschronik von 1956 bis 1965

 

31.1.1956

 

Setzte geradezu eine sibirische Kälte ein, die in Berchtesgaden eine Rekordkälte seit 1929 mit 29 Grad minus brachte. Und diese Kälte hielt 4 Wochen.

 

4.3.1956          bot sich für günstig gelegene Stände ein Flugtag

11.3.1956        Imkerversammlung. Es sprach Bienenzuchtberater Keller

30.3.1956        großer Reinigungsflug

10.10.1956      Herbstversammlung

8.1.1957          großer Reinigungsflug

 

 

10.3.1957       


Frühjahrsversammlung. Der 2. Vorstand Hr. Staudenmeier hielt einen aufmunternden Vortrag über die ersten Frühjahrsarbeiten am Bienenstand. Es waren ca 40 Imker u. Imkerinnen erschienen.

Der Monat März wurde dann für Imker und Immen eine wahre Pracht, so etwas hatten wir seit Jahren nicht mehr gehabt an Wärme, Sonne, Pollen. Der April war ungünstig. Die Maienblüte der Obstbäume, Beerensträucher, Löwenzahn wurde vom Schnee begraben und vom Frost verbrannt. Im Mai mußte gefüttert werden. Die Honigeimer blieben leer.

 

 

18.5.1957        15 Imker beim Königinnenzuchtkurs am Stand vom Vorstand Knoglinger

 

Der Ganze Sommer 1957 war so kalt und regnerisch, daß es zu keiner Tracht kam. Schwärme gab es nicht u. kaum schleuderbare Waben.

Ehrungen einiger verdienter Mitglieder durch Verleihung der Ehrennadel mit Urkunde und zwar Hr. Hauptlehrer Max Komposch als jahrzehntelangen Berichter und Beobachter des Wetters in Bezug auf die Bienen, der 80 Jahre alt wurde u. Hr. Stocker (vulgo Schminei) Imkervereinsvorstand von 1938 bis 1957 u. 19 Jahre Belegstellenleiter der vorbildlichen Belegstelle Raggert.

 

 

Januar 1958               Eine Woche lang günstige Reinigungsflugtage. In günstigen Lagen bereist Haselpollen

 

Februar 1958              Sehr mildes Wetter mit ungewöhnlich stürmischen Reinigungsflügen. Noch nie seit 14 Jahren habe ich so weite u. heftige u. frühe Ausflüge gesehen.

 

 

18. u. 19.1.1958

 

Anfängerkurs durch Bienenzuchtberater Keller. 30 Teilnehmer nahmen Teil.

Im März – April gewaltiger Rückschlag. Zum 5. Mal ein veregnetes Osterfest. Die Wiesen lagen voller Schnee.

 

 

13.4.1958

 

Vortrag von Hr. Keller über Auswinterung. Mit 50 Mitgliedern sehr gut besucht.

 

 

11.5.1958

 

Generalversammlung. Erschienen sind 45 Mitglieder. Mai und Juni waren gut mit Tracht u. es gab volle Honigkübel.

 

 

12.10.1958

 

Herbstversammlung: Erschienen sind 30 Mitglieder. Der Kreisjugendwart des Kreisverbandes des Imkervereins Laufen – Berchtesgaden Hr. Ertel war auch gekommen, ebenso Hr. Keller. Es wurde beschlossen, versuchsweise wie früher jeden 1. Sonntag im Monat im Neuhaus zum Stammtisch zu kommen, was sich aber leider nicht einbürgerte.

 

 

Juni 1958        Königinnenzuchtkurs

 

26.10.1958      Es fuhren einige Mitglieder mit Vorstand Knoglinger nach Bad Reichenhall, wo im dortigen Imkerverein der wohlbekannte Bienenforscher Dr. Büdel einen ausgezeichneten Vortrag über sein Spezialgebiet „das Kleinklima im Bienenvolk“ hielt.

 

 

Jahr 1959

 

Sehr frühzeitige Reinigungsflüge u. rasche Vorwärtsentwicklung. Auf einigen Ständen konnte schon ende Mai u. anfangs Juni die Schleuder gedreht werden. Innerhalb kurzer Zeit füllten unsere Bienen die Honigräume wieder. Die Schwärme blieben daher gering u. die Imker waren zufrieden. Im August kam völlig unerwartet ein so heftiger, unaufhörlicher Regen, daß von uns aus, bis weit nach 6ten, im Salzkammergut bis Linz u. weiter, eine ganz böse Hochwasserkatastrophe eintrat, die bei uns alle kleinen Brücken fortriß, wie den hanserersteg, Kilianssteg, Kugelmühlbrücke, Schellenbergersteg usw.

Wer die Bienen im August nicht reizfütterte, die Völker kurz vors Verhungern brachte.

 

 

31.5.1959       

 

Königinnenzuchtkurs von Hr. Bienenzuchtberater Keller mit Erfolg durchgeführt. Der Verein hatte wiederrum verbilligte Königinnen an seine Mitglieder abgegeben.

Im September gab es große mengen von 10 kg verbilligtem Bienenzucker.

 

 

8.9.1959

 

Herbstversammlung mit 26 Teilnehmern. Hr. Knoglinger gedachte vor allem unseres verstorbenen Landesverbandsvorstand Hr. Leonhard Birklein, der durch 27 schwere Jahre u. stürmische Zeiten die Imkerschaft geführt hat.

 

 

30.1 + 13.2.1960

 

Kurze Reinigungsflüge nach mildem Winter. Der Hauptreinigungsflug setzte in den 1. Märztagen mit geradezu sommerlichen Temperaturen ein.

 

 

6.3.1960

 

Frühjahrsversammlung. Sehr starker Besuch der Versammlung. Hr. Keller sprach sehr anregend über Auswinterung. Er führte 5 wirklich gute Bienenfilme vor, „Biene und Blüte“, „Licht ins Dunkle“ mit innenaufnahmen aus dem Bienenstock, die technisch vor einigen Jahren noch nicht möglich waren. „Ein Schwarm zieht aus“, dann bes. anschaulich der Film „Ablegerbildung nach System Birklein“ u. zuletzt einen Film von der Großimkerei Mack, Illertissen. Leider war an dieser Versammlung unser verehrter 2. Vorsitzender Staudenmeier nicht anwesend, da er im Spätherbst eine schwere Operation durchmachen mußte.

Es folgt ein schönes, zeitiges Frühjahr. Als ungute Überraschung tauchte in Schönau die Milbenseuche auf

 

 

10.4.1960       

 

Außerordentliche Imkerversammlung im Hinblick auf das Ausbrechen der Seuche.

 

 

15.5.1960

 

Königinnenzuchtlehrgang auf dem Stand von Hr. Knoglinger. Teilnehmerzahl 10. Die Honigernte war im Juni gut.

 

 

18.9.1960

 

Die Bienen hatten zur Einfütterungszeit sehr günstiges Wetter, ab dann kam ein langer, nicht sehr kalter, aber gleichmäßiger mit langen Ruhezeiten ausgeglichener Winter.

 

21. + 22.1.61              Bienenzuchtkurs von Hr. Keller

 

Das Jahr 1961 begann mit einer für hiesige Verhältnisse ganz gewohnt niederschlagsarmen Zeit. Eigentlich gab es nur 3x Schneefall in den ersten 3 Monaten. Tagsüber immer Sonne, nachts Kälte bis zu 12 Grad minus.

 

30.4.1961       Generalversammlung

 

Im Frühjahr durch die kalten Winde waren Flugbienenverluste. Die Honigkübel blieben leer.

 

30.4.1961       

Bericht der Vorstandschaft.

 

Der Vorstand Hr. Seb. Knoglinger brachte insbesondere die Nöte u. Sorgen über die Belegstelle Raggert, Hintersee zum Ausdruck u. appellierte an die Mitglieder die Belegstelle besser zu beschicken um das gute Königinnenmaterial auf unseren Weiden zu verbessern. Die aufopferungsvolle Tätigkeit unseres Vorstandes u. Ehrenmitgliedes Hr. Stocker (vulgo Schmänei) auf der Belegstelle wurde von den Mitgliedern mit Dankbarkeit u. Befriedigung aufgenommen. Es lag wieder ein Jahr mühevoller u. verantwortungsbewusster Kleinarbeit hinter der Vorstandschaft u. allen Mitgliedern um unsere Bienenzucht am Idealismus zu erhalten.

Schriftführerbericht.

Frau Mark aus Königssee referierte einen ausführlichen Schriftführerbericht u. wurde von den anwesenden Mitgliedern mit großem Beifall aufgenommen. Ihr Vortrag stellte klar heraus wie umsichtig sich Frau Mark mit dem Bienenwetter der Segnung der Natur für unsere Bienen u. der Bienenweiden während des Bienenjahres befaßt hat. Leider ist es Frau Mark nicht mehr möglich den Schriftführerposten zu übernehmen. Hausfrauenpflichten lassen es einfach nicht mehr zu

Entlastung der Vorstandschaft

Die Vorstandschaft wurde entlastet. Der Kassenbericht des Imkerkameraden Moderegger schließt in den Einnahmen mit 1046,30 DM u. in den Ausgaben mit 1115,76 DM ab. Die Kasse wurde anhand der Belege von Ehrenmitglied Josef Stocker u. Imkerkamerad Vinzenz Pfnür, Seimler geprüft u. in Ordnung befunden. Der Mitgliederstand im inneren Landkreis liegt bei 110 Mitglieder.

Neuwahl:

Die Wahl des Vorstandes wurde auf Antrag des bisherigen Vorstandes Hr. Knoglinger mit Zustimmung sämtl. Anwesender Mitglieder in geheimer, schriftlicher Wahl durchgeführt Dabei entfielen von 50 abgegebene gültigen Stimmen, 46 Stimmen auf den bisherigen Vorstand Hr. Seb. Knoglinger. Als 2. Vorstand wurde Altmeister Staudenmeier einstimmig gewählt.

Als Schriftführer wurde durch Zuruf u. erheben der hand Otto Hölzl aus Maria Gern, Haus Oberwerf gewählt.

Ehrungen:

Der frühere Vorstand u. langjährige Leiter der Belegstelle Raggert Hr. Jos. Stocker (vulgo Schmänei) wurde durch den Vorstand anläßl. Seines 70. Geburtstages eine Ehrenurkunde überreicht. Anschließend hielt Hr. Bienenzuchtberater Keller einen Vortrag über die Auswinterung.

 

1.6.61

Der Imkerverein führte am 1.6.61 (Fronleichnahmstag) einen Königinnenzuchtlehrgang, geleitet von Bienenzuchtberater Keller auf dem Stand von Vorstand Knoglinger durch

 

1.5.61              Nosemabekämpfung

 

Hr. Bienenzuchtberater Keller stellte sich in Dankenswerter Weise am Stand unseres Vorstandes Knoglinger zur praktischen Verfügung der Nosemabekämpfung mit Funidil B von 8 – 10 Uhr zur Verfügung. Hierzu sind 17 Imkerkameraden erschienen. Jede einzelne Wabe ist seitlich mit dem nach genauer Anweisung aufgelösten Fumidilpräparat B mittels Bestäuber zu besprühen. Die Bestäubung ist in 8 Tagen in gleicher Weise zu Wiederholen. Die Nosema, so führte Hr. Keller aus, ist eine der gefährlichsten und heimtückischsten Krankheiten unserer Bienen u. schwächt die Völker ungemein in ihrer Entwicklung. Der Winter 1961 war verhältnismäßig mild, aber lange. Am 10.5. Schneefall bis Jennerbahn, Mittelstation; 13.5. Schneefall bis Marxenhöhe 21.5. Neuschnee bis Scharitzkehlstr.

Starker Flugbienenverlust. Erfrorene Pollenträgerinnen auf den Blumen.

27.5 Schweres Gewitter mit Hagelschlag.

Der Sommer 1961 war kalt und regnerisch. Die Honigkübel blieben daher restlos leer.

 

5.11.1961        Herbstversammlung im Gasthof Neuhaus

 

Vorstand Knoglinger eröffnete die Herbstversammlung u. konnte Hr. Keller u. ca 20 Mitglieder, sowie das einzige Ehrenmitglied des Vereins Hr. Jos. Stocker (Schmänei) begrüßen.

Im verfloßenen Bienenjahr hatte der Imkerverein folgende Leistungen aufzuweisen.

1.6.61 = Königinnenzuchtlehrgang auf dem Stand unseres Vorstandes Knoglinger

2.7.61 = Besuch auf der Belegstelle Raggert im Hintersee. Erster Besuch des Imkervereins seit 1949.

Die Belegstelle Raggert wurde z. T. neu eingezäunt und das Dach gedeckt. Für die Instandsetzung wurden rund 450. -DM ausgegeben, wobei 110 Zaunsäulen (davon 70 Lärchensäulen) ausgewechselt wurden. Das Ehrenmitglied Josef Stocker und Ernst Mittenhuber haben dabei nach Kräften mitgeholfen. Im Sommer wurden auf die Belegstelle 174 Königinnen gebracht, wovon 148 Königinnen begattet wurden. 45 Königinnen wurden zu verbilligten Preisen an die Mitglieder abgegeben.

 

 

2.8.1961

 

Standbegehung beim Vereinsmitglied Hr. Bernt Aldefeld in Salzberg und Finanzer- Bieler, Eharten in Salzberg. Der vorbildliche Bienenstand des Mitgliedes Hr. Bernt fand Lob und Anerkennung bei den Besuchern.

 

 

30.09.1961

 

Bei der Generalversammlung des Bezirksverbandes Obb. Dem rund 140 Vereine angehören wurde Amtmann Bren zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Unser Vorstand Hr. Knoglinger stellte heraus, daß das Bienenjahr 1961 seit seiner 25- jährigen Zugehörigkeit zum Verein (1936) das bisher schlechteste gewesen sei, was durch die Witterung bedingt war. Bienenzuchtberater Hr. Keller hielt einen interessanten Vortrag, gab wertvolle, praktische Ratschläge. Er hob vor allem hervor die Vorteile der Reinzuchtköniginnen machten sich bes. in schlechten Jahren bemerkbar. Ihre Völker seien findiger und es habe Gebiete gegeben, in denen auch 1961 Dank der Verwendung von Reinzuchtköniginnen Durchschnittserträge mit 8-12 Pfund Honig je Volk erzielt werden konnten, sodaß wenigstens die Betriebskosten gedeckt werden konnten.

Das A und O der Bienenzucht ist und bleibt die Königin. Wir Imker dürfen die Flinte nicht ins Korn werfen, vielmehr müssen wir unsere Bienen hegen und pflegen und nach leistungsfähigen Königinnen trachten. Keinesfalls dürfen wir unsere Bienen im Stiche lassen. Ferner gab Hr. Keller Ratschläge für die Entwicklung unserer Völker.

Anschließend teilte unser Vorsitzender Hr. Knolinger mit, daß unser Verein nunmehr auf sein 40-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Aus diesem Anlaß soll im kommenden Frühjahr eine Festversammlung abgehalten werden.

 

 

24.02.1962     Seuchenlehrgang im Gasthof Neuhaus von 9-15 Uhr

 

Hr. Bienenzuchtberater Keller hielt ein ausführliches Referat über Bienenseuchen und deren Bekämpfung. Er stellte insbesondere die in unserer Gegend am häufigsten vorkommenden Bienenkrankheiten wie die Nosema und Milbenseuche heraus. Mittels ausgezeichneter Mikroskope konnten sich die Vereinsmitglieder durch Bienenpräparate augenscheinlich von den Krankheitsherden an den Mikroskopen ein Krankheitsbild machen, um die Krankheit unserer Bienen zu erkennen. Leider mußte der Lehrgang vorzeitig abgebrochen werden, weil daß Gastzimmer anderwärtig gebraucht wurde.

Zum betr. Lehrgang sind ca. 20 Mitglieder erschienen. Hr. Keller nahm sich die große Mühe und untersuchte in der Wohnung unseres Vorstandes Hr. Knoglinger die von Mitglied Hallinger aus Schönau mitgebrachten Bienenproben von 26 Völkern auf Nosema und Milbenseuche.

Er konnte leider bei 3 Völkern die Milbenseuche im Anfangsstadium feststellen.

 

 

25.02.1962     Frühjahrsversammlung im Gasthaus Neuhaus von 9:30-12:00 Uhr

 

Unser Vorstand Hr. Knoglinger eröffnete die Frühjahrsversammlung und konnte Hr. Bienenzuchtberater Keller und ca. 40 Mitglieder begrüßen. Hr. Keller hielt ein ausführendes Referat über die Auswinterung unserer Bienenvölker und deren Frühjahrspflege. Auch ließ er einen Film über die Ablegerbildung laufen. 70. Geburtstag des Mitgliedes Josef Hackenberg, Buchenhöhe, Obersalzberg. Unser Vorstand Hr. Knoglinger beglückwünschte den Jubilar im Namen des Vereins und dankte ihm für seine treue Mitarbeit.

Mikroskop zur Krankheits- Und Seuchenbekämpfung. Der Verein beschließt die Beschaffung eins Mikroskops zum Preis von ca. 200 -DM.

 

17.06.1962 Bienenzuchtlehrgang am Stand unseres Mitglieds Gruber, Mitterweinfeld.

 

3.03.1962 Erster Reinigungsflug

 

6.03.1962 Schneefall und Kälteeinbruch

7.03 -7°; 8.03 -12°; 13.03 -5°; 14.03 -10°;  15.03 -13°;  16.03 -7°, Schneepflug gefroren;  17.03  -13°;   18.03 -6°;  19.03 -10°;  20.03 -13°;  21.03 -8°;  22.03 -4°;  23.03. 3°;  24.03. 4°;  25.03. 6°;  26.03. 7°;  27.03 Kälte gebrochen.

Bis 17.04.62 sehr kalt mit Schneefällen. Anschließend Warmluftzuführung und über Osten 22-23.04.62 herrliches Flugwetter. 28.04-2.05 Rückschlag mit Schneetreiben bis ins Tal.  8.-9.05 erste Gewitter.

14.5 Schneefall bis Scharitzkehlstr.;  19.05 Völker aufgesetzt. Bis 10.06 alle Woche Berge eingeschneit.

Die Frühjahrsentwicklung war durch die vielen Witterungsrückschläge mit Kälte und Schnee sehr gehemmt und der Schwarmtrieb wurde stark begünstigt. Die Haselnuß und Löwenzahn Pracht konnte nicht ausgenützt werden.

Nur Imker, die es durch intensives Umhängen von gedeckelten Brutwaben in den Honigraum ausgenützt haben, konnten den Schwarmanfall eindämmen und trotz des denkbar schlechtesten Wetters zu einen Honigertrag von Durchschnitt 25-30 Pfund Honig bringen. Die Fichte und Tanne hat im Juli mehrmals gehonigt aber zu kurz und zu wenig. Die Imker und die Bienen hatten es in Frühjahr und Sommer nicht leicht mit dem Umbilden der Witterung fertig zu werden. Es gab viel Arbeit und Mühe, um einen Erfolg zu erringen.

 

 

04.11.1962     Herbstversammlung um 14°° im Gasthof Neuhaus

 

Farbfilm „Das Wunderleben der Bienen“ von Donath Waltenberger wurde von Hr. Keller vorgeführt.

Hierzu war der Neuhaussaal mit ca. 90 Personen besetzt. Der rege Besuch der Familienmitglieder der Imker hatte einen vollen Erfolg. Der Film war wunderschön, ein einmaliges Erlebnis.

 

26.01.63          Samstag von 9°° - 16°° Seuchenlehrgang im Gasthof Neuhaus.

 

Der Lehrgang war verhältnismäßig gut besucht.

Der Winter 1963 dauerte sehr lang und war auserordentlich streng. Schon anfang November schneite es bereits zu. Unsere Bienen konnten volle vier Monate nicht raus. Es glich dem strengen Winter des Jahres 1929.

Am 7.3. gab es den ersten Reinigungsfluch. Die Frühjahrsentwicklung blib durch die nächtliche Ausstrahlung der riesigen Schneemaßen auf unseren bergen weit zurück. Am 20.3.63 konnte von den Bienen der erste Pollen von den Schneerosen und Weiden eingebracht werden. Am 13.05.63 ein Volk aufgesetzt

 

31.3.1963        Frühjahrsversammlung mit mäßigem Besuch

 

20.04.1963      Standbegehung bei den imkerkameraden Herbert Sachenbacher, Siegllehen, Franz Giritzer, Stadlhäusl und Alois Riedl, B`wiesen. Die Teilnahme mit 15 Mitgliedern war sehr schwach. Die Begehung war schön und lehrreich. Bei allen drei Imkerkameraden waren prächtige Völker mit Idealismus und Ausdauer gehegt und gepflegt zu sehen. Kamerad Riedl hat einen neuen Stand mit herrlichen Völkern und großen Rähmchenmaß. Der Stand ist wie ein Schmuckkästchen in die Landschaft eingebettet

20.05.63          Schneefall bis Hänslmach

21.5     Reif

14.6     Schneefall bis Jennerfelder

29.7      Geschleudert, durchschnittlich 25 – 30 kg pro Volk

18.8      Schneefall bis Jennerfelder

 

6.10.63            Herbstversammlung im Gasthof Neuhaus.

Die Beteiligung war gut. Der 1. Vorsitzende Herr Knoglinger berichtete, dass auf der Belegstelle Raggert 121 Königinnen angeliefert wurden, davon 92 begattet wurden.

Vorsitzender Knoglinger unterrichtete die Mitglieder auch über das neue Angebot für versicherungsschutz der Mitglieder des landesverbandes. Nachstehend die wesentlichen Entschädigungssätze:

200.000 DM für personenschaden

20.000 DM für Sachschaden

Die Höchstentschädigungssätze bei Sachschäden:

Besetzte beute: 60 DM (Bisher 30 DM)

Volk mit Bau: 40 DM (Bisher 30 DM)

Bienenhaus bis 800DM, Geräte bis 200 DM

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf den Heimatstand sowie Wander- und Freistände. Weil die bisherigen Höchstentschädigungssätze für Sachschäden den tatsächlichen Wert bei weitem nicht deckten, erklärten sich die Mitglieder mit einer Erhöhung des Jahresbeitrages um 1 DM auf 8 DM einstimmig bereit. Regen Gebrauch machten die Mitglieder mit Beihilfeanträgen für Königinnen, Ableger und Seuchenbekämpfungsmittel. Die Beihilfe beträgt bis zu 30% der Aufwendungen. Sehr wichtig ist dabei die Anträge rechtzeitig zu stellen. Bienenzuchtberater Koller wies besonders bei der Reizfütterung für unsere Gebirgsgegend auf das sog. „Gesetz der 40 Tage“ hin. Dies liegt also am Fingerspitzengefühl unserer Imker.

Erfreulich sei, dass Krankheiten heuer im Wesentlichen erloschen sind. Dies sei nicht zuletzt dem Eingreifen mit Fumidie gegen die so gefährliche Nosema der Imker zu danken. Der Imker sollte immer etwas an Zuckerreserven übrig haben.

Um den 1.8. beginnt das erste Bienenjahr und da kommt mitunter vor, (je nach Witterung) dass den Bienen das Futter ausgeht.

 

15.2.1964 Seuchenlehrgang im Vereinslokal Gasth. Neuhaus. 

Hierzu sind 25 Mitglieder erschienen. 

Bienenzuchtberater Keller hielt wieder einen ausführlichen Vortrag und Anschauungsunterrichtmittels mittels ausgezeichneter Mikroskop- und Bildtafeln.  

Die Imker sollen im Frühjahr immer die Fluglöcher beobachten. ,,Grapler-Nosema grünlich graue Kotmasse” ,,Hüpfer - Milben” Gelblich brauner Kot gesund. Darm gefärbt gesund, Darm weiß krank. Bei kaputten Völkern sofort Flugloch verschließen wegen Ansteckung. 

Die Nosema ist ein Schmarotzer im Hinterleib der Biene. Die Milbe ist ein Parasit im Oberkörper der Milbe, Trachee-Luftwege, Maikrankheit. Löwenzahn + Hahnenfußblüte mit wenig Eiweißgehalt des Pollen. Auftritt bei 5-6 tage schlechter Witterung. Bekämpfung 1-2 gaben dünnflüssiges Honig- oder Zuckerwasser mit einer Messerspitze Glaubersalz. 

 

16.2.1964 Generalversammlung im Vereinslokal Gasthof Neuhaus 

Hierzu sind über 40 Mitglieder erschienen. 

1.    Bericht des Vorstands 

2.    Schriftführerbericht 

3.    Kassenbericht 

Die Vorstandschaft wurde entlastet. Infolge Erkrankung und Alter des 2. Vorstandes Herr Staudenmeier  wurde der Schriftführer Herr Otto Hölzl, Maria Gern bis zur Neuwahl im nächsten Jahr einstimmig zum 2. Vorstand berufen. 

 

5.4.1964 Frühjahrsversammlung im Vereinslokal ,Gasth. Neuhaus 

Nachstehende Vereinsmitglieder wurden durch Überreichung der goldenen Ehrennadel mit Urkunde geehrt. 

1.    Angerer Johann, Schönau, Wahllehen 80 Jahre alt 

2.    Hasenknopf Paul, Königssee, Haunzen 77 Jahre alt 

3.    Sebold Gund, Ramsau, Unterstanzer 70 Jahre alt 

4.    Renoth August, Salzberg, Hs. Hochland 70 Jahre alt 

5.    Metzenleitner August, Königssee 67 Jahre alt 

6.    Kopper Albin, B`wiesen, Sdlg. Winkl 67 Jahre alt 

7.    Angerer Franz, Salzberg, Vogelrast 65 Jahre alt 

8.    Sachenbacher____, B`Wiesen, Siegllehen 62 Jahre alt 

9.    Pfnür Winzenz, Salzberg, Cafe Seimler 58 Jahre alt 

Diese goldene Ehrennadelwurde diesen 9 Mitgliedern für 30 – 40 Jahre treue Mitgliedschaft zuteil. Bienenzuchtberater Keller sprach über die Auswinterung und Durchlenzung. Teilnehmer 25 Mitglieder. 

 

11.10.1964 Herbstversammlung im Vereinslokal ,,Gasth. Neuhaus” 

Erschienen sind 30 Mitglieder. 

Im Inneren Landkreis Berchtesgaden gibt es jetzt 1150 Bienenvölker. Für 996 Bienenvölker wurden steuerfreier Zucker und zwar 9960 Kilogramm auf Antrag von 92 Mitgliedern und 7 Nichtmitgliedern am 18.8.64 verteilt. 

Auf der Belegstelle Raggert (Hirschbichl) wurden 1964 128 Königinnen neu angeliefert, hundert davon wurden begattet, 28 gingen verloren und 3 wurden, wie der Vorsitzende mit größtem Bedauern feststellte, gestohlen. Um Inzucht zu vermeiden beabsichtigt der Vorsitzende im kommenden Jahr einen neuen Drohnerich anzuschaffen. 

Bei der Landesverbandstagung in Würzburg wurde wie Vorsitzender Knoglinger weiter berichtet eine völlig neue Vorstandschaft gewählt. 1. Vorstand wurde Oberlehrer Hans Freudenstein von Seebach/ Niederbayern. 

Herr Bienenzuchtberater Keller führte ein Referat über die Herbstaufgaben des Imkers. Herr Keller empfiehlt die Vorführung des Filmes ,,Wunderland im Bienenstand von Donat Waltenberger” Die Erfahrung habe gezeigt, dass dadurch Imkernachwuchs und Honigkunden geworben werden können. Vom Vorsitzenden wurde eine Vorführung im Vereinslokal oder im Kreisjugendheim angeregt.

 

7.3.1965            Generalversammlung

Hierbei fand auch wieder die Neuwahl der Vorstandschaft statt. Bei der Ankündigung mittels Stimmzettel entfielen als erster Vorstand Sebastian Knoglinger von 53 abgegebenen gültigen Stimmen 50, auf Josef Moderecker, Bachinger und auf Otto Hölzl je eine Stimme.

Nachdem auf Vorschlag der Mitglieder wieder der bisherige Kassier Josef Moderegger nominiert wurde, er erklärte dieser sich aus beruflichen Gründen nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stellen. Daraufhin wurde Joseph Fienatzer nominiert. Bei der Abstimmung entfielen 46 Stimmen auf Finatzer 2 Stimmen auf Otto Hölzel eine Stimme auf Josef Moderecker. 

Der bisherigen Vorstandschaft wurde Entlastung erteilt. Die Kasse wurde ordnungsgemäß geprüft und in Ordnung befunden.

 

1.5.1965       Standbegehung bei 4 Imkern in der Schönau.

4.7.1965         Königinnenzuchtlehrgang auf dem Stand Hyronimus Hallinger; Schönau; Haus Falkenstein

 

2.5.1965                      Frühjahrsversammlung                                                                                    

Erschienen sind 40 Mitglieder. Bei Beginn der Versammlung gedachte der Imkerverein an den Tod von Herrn Hauptlehrer Max Komposch im 89. Lebensjahr. Max Komposch war bis zum Jahre 1936 Vorstand des Imkervereins und hatte die Vereinschronik geschrieben.

 Bei dieser Jahresversammlung konnten die Mitglieder unserem Vereinsmitglied Josef Stocker (vulgo  Schmänei) zu seinem 75. Geburtstag gratulieren.

Vorstand Knoglinger erinnerte an die großen Verdienste Stockers für den Imkerverein. Er leitete 19 Jahre lang die Belegstelle Raggert (Hirschbichl) und ist der einzige Verkaufsköniginnenzüchter des B`gadener Landes.

 

24.10.1965                      Herbstversammlung               

Als ersten Tagesordnungspunkt wurde die Beitragserhöhung für 1966 von bisher 8 DM auf 10 DM einstimmig beschlossen. die Beitragserhöhung war durch die Versicherungs- und Beitragserhöhung an den Landesverband unumgänglich. Als zweiten Punkt wurde die Beschaffung einiger guter Lehrbücher für die Vereinsbücherei beschlossen.

Das Leben der Biene von Prof. Dr. Zander                                                       2 Exemplare

Der praktische Imker von Heinrich Storch                                                        1 Exemplar

Neue Imkerschule von Edm. Herold-Bötcher                                                    2 Exemplare

Bienen u. Bienenzucht v. Dr. Anton Bündel + Herold                                           1 Exemplar

Bienenzucht als Erwerb v. Friedrich Karl                                                          1 Exemplar

Imkerpraxis von Sklenar                                                                              1 Exemplar

Das Waldhonigbuch von Kloft/ Maurizio/ Kaeser                                                2 Exemplare

Die Bücher wurden mit einem dauerhaften Umschlag ausgestattet.

Ja Beginn des Referats des BB Herrn Koller ,,Rationalisierung der Bienenzucht” konnte zur großen Freude der Mitglieder Herr Koller im Auftrag des Bezirksvorstands Herrn Breu vom bayerischen Landesverband die zweithöchste Auszeichnung die ,,Zandermedaille in Silber” unseren ersten Vorstand Sebastian Knoglinger für seine überaus große und fruchtbringende Aktivität zur Erhaltung und Förderung der heimischen Bienenzucht überreichen. Diese hohe Auszeichnung wurde von den anwesenden Mitgliedern mit großem Beifall aufgenommen, denn jedes Mitglied weiß was unser Vorstand für seine Vereinsmitglieder in den 17 Jahren als Vorstand des Imkervereins Berchtesgaden schon alles getan und geleistet hat und welche aufopferungsvolle Tätigkeit er trotz seines stark angeschlagenen Gesundheitszustandes vollbracht hat. Herzlichen Glückwunsch für die wohlverdiente hohe Auszeichnung.

Die Honigernte war im Hinblick auf die miserable Witterung im Frühjahr und Sommer gegenüber dem Vorjahr 1964 weit zurück. Es musste immer zugefüttert werden um die Völker am Leben zu erhalten.