Abschrift der Vereinschronik von 1956 bis 1960

 

31.1.1956

 

Setzte geradezu eine sibirische Kälte ein, die in Berchtesgaden eine Rekordkälte seit 1929 mit 29 Grad minus brachte. Und diese Kälte hielt 4 Wochen.

 

4.3.1956          bot sich für günstig gelegene Stände ein Flugtag

11.3.1956        Imkerversammlung. Es sprach Bienenzuchtberater Keller

30.3.1956        großer Reinigungsflug

10.10.1956      Herbstversammlung

8.1.1957          großer Reinigungsflug

 

 

10.3.1957       


Frühjahrsversammlung. Der 2. Vorstand Hr. Staudenmeier hielt einen aufmunternden Vortrag über die ersten Frühjahrsarbeiten am Bienenstand. Es waren ca 40 Imker u. Imkerinnen erschienen.

Der Monat März wurde dann für Imker und Immen eine wahre Pracht, so etwas hatten wir seit Jahren nicht mehr gehabt an Wärme, Sonne, Pollen. Der April war ungünstig. Die Maienblüte der Obstbäume, Beerensträucher, Löwenzahn wurde vom Schnee begraben und vom Frost verbrannt. Im Mai mußte gefüttert werden. Die Honigeimer blieben leer.

 

 

18.5.1957        15 Imker beim Königinnenzuchtkurs am Stand vom Vorstand Knoglinger

 

Der Ganze Sommer 1957 war so kalt und regnerisch, daß es zu keiner Tracht kam. Schwärme gab es nicht u. kaum schleuderbare Waben.

Ehrungen einiger verdienter Mitglieder durch Verleihung der Ehrennadel mit Urkunde und zwar Hr. Hauptlehrer Max Komposch als jahrzehntelangen Berichter und Beobachter des Wetters in Bezug auf die Bienen, der 80 Jahre alt wurde u. Hr. Stocker (vulgo Schminei) Imkervereinsvorstand von 1938 bis 1957 u. 19 Jahre Belegstellenleiter der vorbildlichen Belegstelle Raggert.

 

 

Januar 1958               Eine Woche lang günstige Reinigungsflugtage. In günstigen Lagen bereist Haselpollen

 

Februar 1958              Sehr mildes Wetter mit ungewöhnlich stürmischen Reinigungsflügen. Noch nie seit 14 Jahren habe ich so weite u. heftige u. frühe Ausflüge gesehen.

 

 

18. u. 19.1.1958

 

Anfängerkurs durch Bienenzuchtberater Keller. 30 Teilnehmer nahmen Teil.

Im März – April gewaltiger Rückschlag. Zum 5. Mal ein veregnetes Osterfest. Die Wiesen lagen voller Schnee.

 

 

13.4.1958

 

Vortrag von Hr. Keller über Auswinterung. Mit 50 Mitgliedern sehr gut besucht.

 

 

11.5.1958

 

Generalversammlung. Erschienen sind 45 Mitglieder. Mai und Juni waren gut mit Tracht u. es gab volle Honigkübel.

 

 

12.10.1958

 

Herbstversammlung: Erschienen sind 30 Mitglieder. Der Kreisjugendwart des Kreisverbandes des Imkervereins Laufen – Berchtesgaden Hr. Ertel war auch gekommen, ebenso Hr. Keller. Es wurde beschlossen, versuchsweise wie früher jeden 1. Sonntag im Monat im Neuhaus zum Stammtisch zu kommen, was sich aber leider nicht einbürgerte.

 

 

Juni 1958        Königinnenzuchtkurs

 

26.10.1958      Es fuhren einige Mitglieder mit Vorstand Knoglinger nach Bad Reichenhall, wo im dortigen Imkerverein der wohlbekannte Bienenforscher Dr. Büdel einen ausgezeichneten Vortrag über sein Spezialgebiet „das Kleinklima im Bienenvolk“ hielt.

 

 

Jahr 1959

 

Sehr frühzeitige Reinigungsflüge u. rasche Vorwärtsentwicklung. Auf einigen Ständen konnte schon ende Mai u. anfangs Juni die Schleuder gedreht werden. Innerhalb kurzer Zeit füllten unsere Bienen die Honigräume wieder. Die Schwärme blieben daher gering u. die Imker waren zufrieden. Im August kam völlig unerwartet ein so heftiger, unaufhörlicher Regen, daß von uns aus, bis weit nach 6ten, im Salzkammergut bis Linz u. weiter, eine ganz böse Hochwasserkatastrophe eintrat, die bei uns alle kleinen Brücken fortriß, wie den hanserersteg, Kilianssteg, Kugelmühlbrücke, Schellenbergersteg usw.

Wer die Bienen im August nicht reizfütterte, die Völker kurz vors Verhungern brachte.

 

 

31.5.1959       

 

Königinnenzuchtkurs von Hr. Bienenzuchtberater Keller mit Erfolg durchgeführt. Der Verein hatte wiederrum verbilligte Königinnen an seine Mitglieder abgegeben.

Im September gab es große mengen von 10 kg verbilligtem Bienenzucker.

 

 

8.9.1959

 

Herbstversammlung mit 26 Teilnehmern. Hr. Knoglinger gedachte vor allem unseres verstorbenen Landesverbandsvorstand Hr. Leonhard Birklein, der durch 27 schwere Jahre u. stürmische Zeiten die Imkerschaft geführt hat.

 

 

30.1 + 13.2.1960

 

Kurze Reinigungsflüge nach mildem Winter. Der Hauptreinigungsflug setzte in den 1. Märztagen mit geradezu sommerlichen Temperaturen ein.

 

 

6.3.1960

 

Frühjahrsversammlung. Sehr starker Besuch der Versammlung. Hr. Keller sprach sehr anregend über Auswinterung. Er führte 5 wirklich gute Bienenfilme vor, „Biene und Blüte“, „Licht ins Dunkle“ mit innenaufnahmen aus dem Bienenstock, die technisch vor einigen Jahren noch nicht möglich waren. „Ein Schwarm zieht aus“, dann bes. anschaulich der Film „Ablegerbildung nach System Birklein“ u. zuletzt einen Film von der Großimkerei Mack, Illertissen. Leider war an dieser Versammlung unser verehrter 2. Vorsitzender Staudenmeier nicht anwesend, da er im Spätherbst eine schwere Operation durchmachen mußte.

Es folgt ein schönes, zeitiges Frühjahr. Als ungute Überraschung tauchte in Schönau die Milbenseuche auf

 

 

10.4.1960       

 

Außerordentliche Imkerversammlung im Hinblick auf das Ausbrechen der Seuche.

 

 

15.5.1960

 

Königinnenzuchtlehrgang auf dem Stand von Hr. Knoglinger. Teilnehmerzahl 10. Die Honigernte war im Juni gut.

 

 

18.9.1960

 

Die Bienen hatten zur Einfütterungszeit sehr günstiges Wetter, ab dann kam ein langer, nicht sehr kalter, aber gleichmäßiger mit langen Ruhezeiten ausgeglichener Winter.