Abschrift der Vereinschronik von 1951 bis 1955

 

11.2.1951        Monatsversammlung im kleinen Neuhaus – Saale Berchtesgaden

 

Zahlreich hatten sich die Imker eingefunden. Vorstand Knoglinger gibt Anweisung zur Frühjahrszuckerverteilung. Er ermahnte die Imker, bei krankheitsverdächtigen Bienen sofort proben zur Untersuchung einzusenden u. bei positivem Ergebnis der Untersuchung gleich geeignete Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen zu können.

Auch diesmal ergriff wieder Hr. Staudenmeier das Wort, um den Anwesenden Aufschluss zu geben über die sehr wichtige Frühjahrstätigkeit. Besonders Gewicht legt er dabei auf das Erkennen von Krankheitserscheinungen beim Reinigungsflug.

Nosema u. Ruhr seien die am häufigsten auftretenden Bienenkrankheiten. Ihre richtige Bekämpfung entscheidet in den meisten Fällen über den Erfolg des Jahres.

Sollten Bienenvölker an der Milbenseuche befallen sein, sind diese am besten abzuschwefeln, die übrigen Völker müssen gemäß den Verfügungen der Kreisregierung einer Behandlung mit Apiminlin unterzogen werden.

Mit anschließendem Hinweis auf die am 25.2. in Freilassing stattfindende Bezirkstagung der Imker wurde die anregend verlaufende Versammlung abgeschlossen.

 

 

11.3.1951        Monatsversammlung im Neuhaussaale

 

Zu der die Imker wiederum sehr zahlreich eingefunden hatten. Nach Erledigung geschäftl. Vereinsangelegenheiten referierte Hr. Staudenmeier über zeitgemäße Imkerarbeiten.

 

 

15.4.1951        Generalversammlung im kleinen Neuhaus – Saale.

 

Nachdem der 1. Vorstand Knoglinger die anwesenden Mitglieder herzlich begrüßt hatte, gab er seiner Freude Ausdruck, über den regen Besuch. In seinen einleitenden Worten gedachte er sodann der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder des Vereins. Einen umfassenden Bericht über das Jahr 1950 verlas Hans Metzenleitner an Stelle seines erkrankten Vaters. Besonders hervorzuheben ist dabei, daß die im vergangenen Jahre ausgebrochene Milbenseuche Dank der Zusammenarbeit aller Mitglieder eingedämmt werden konnte.

Fachvorträge von Jul. Staudenmeier u. Zuchtlehrgänge trugen ferner dazu bei, die Imker im theoretischen Wissen um ihre Schützlinge zu bereichern. Der liebevoll abgefasste Bericht brachte darüber hinaus noch zum Ausdruck, wie sehr die Imker durch den Umgang mit Bienen viel aufgeschlossener gegenüber der Natur sind u. offenen Auges deren Geschehnisse wahrnehmen. Der Kassenbericht des Kassiers Moderegger – Stangaß zeigte durch seinen positiven Abschluß die gesunde Aufwärtsentwicklung des Vereins.

Belegstellenwart Josef Stocker berichtete anschließend von der Belegstelle Raggert – Hintersee. Etwas ungünstige Witterungsverhältnisse ließen in der Königinnenzucht zwar nur Teilerfolge zu, dabei konnte bei der Gewinnung von Honig bewiesen werden, daß unter Voraussetzung günstiger Verhältnisse auch in unserem Gebiet Rekordernten wahrgenommen werden können.

Das harmonische Vereinsleben der Imker u. das Vertrauen der Mitglieder zur Vorstandschaft kam besonders im 2. Teil der Versammlung zum Ausdruck. Als einziger Punkt wurde hier vom Vorstand Knoglinger der Vorschlag gemacht, ein vereinseigenes Bienenhaus zu erstellen; 2.Vorstand Staudenmeier unterstützte den Vorschlag lebhaft u. fand dieser sodann auch allgemeine Zustimmung.

Abschließend würdigte man noch die Leistungen des Hauptehrers Komposch in Unterstein, der kürzlich seinen 75. Geburtstag feierte. Komposch war lange zeit maßgebendes Mitglied des Imkervereins und ist heute noch liebevoller Pflegevater seiner tausend Bienlein.

Ein Fachvortrag des Hr. Staudenmeier über die Arbeiten des Imkers im Frühjahr, die infolge der augenblicklich ungünstigen Witterungslage besonders verantwortungsvoll sind, schloß die Generalversammlung.

 

 

20.4.1951         Monatsversammlung der Imker im Neuhaus

 

Der Vorsitzende Hr. Seb. Knoglinger begrüßte die Anwesenden, vor allem einige Jungimker, sodann das Referat dem bekannten Imker, Hr. Staudenmeier von Bischofswiesen.

Sein Thema lautete: „Stand der Bienenvölker und die derzeitige Arbeit des Imkers“. Er führte aus: Im Vordergrund der ganzen Imkertätigkeit steht, im Monat Mai die Bienenvölker Bauen, d.h. aufführen zu lassen, soviel irgend möglich ist. Ein guter Neubau sichert

1.     Die Gesundheit des Bienenvolkes und

2.     Wird durch Bauen das Schwärmen, das ja immer die Erträgenisse eines Volkes schmälert, herabgemindert.

Sollte aber trotzdem ein Schwarm anfallen, wie dieser Schwarm behandelt werden muß, um auch mit dem abgeschwärmten Volke einen einigermaßend guten Ertrag zu erzielen.

Im weiteren Verlauf sprach der Redner über Sauberkeit beim Honiggewinnen. Er wies ganz bes. darauf hin, daß nur reifer Honig, d.h. gedeckelte Waben geschleudert werden dürfen, um einen hochwertigen Qualitätshonig zu erzielen, der ja im Berchtesgadener Land unübertrefflich is. Nachdem wir in den nächsten Wochen der Entwicklung unserer Felder entgegengehen u. bis Mitte Juni der höchste Stand erreicht sein dürfte, ist der Tisch für die Bienen reichlich gedeckt u. es handelt sich nur darum, daß der Wettergott und hold ist, das übrige machen unsere Bienen.

Nach dem Vortrag stand der Redner jedem Ratsuchenden zur Auskunft zur Verfügung u. wurde hiervon besonders von den jüngeren weniger erfahrenen Imkern häufig Gebrauch gemacht. Im geschäftlichen Teil, der vom Vorsitzenden durchgeführt wurde, kam noch zur Sprach, daß Hr. Staudenmeier sich bereit erklärt hat, am Sonntag den 3. Junivormittags, 9:20 Uhr, einen Imkerlehrgang für Anfänger durchzuführen.

 

 

15.06.1951               Guido Sklenar

 

Der Züchter des Stammes „47“ vollendet sein 80.Lebensjahr. dazu schreibt die Leipziger Bienenzeitung Seite 224: Die Gemeinde der Sklenarfreunde ist heute noch trotz aller Anfeindungen sehr groß. Und das mit Recht. Meister Sklenar verdient es, dass wir ihn ehren als ehren als einen unserer großen in der Bienenzucht. Zur Verbreitung der K - Biene hat er viel getan, unvermeidlich gearbeitet und selbstlos mit Rat und Tat geholfen. Seinen Neidern und Kritikern rufen wir zu: „Macht es ihm erst nach, was er den Bienen und der Bienenzucht war.“

 

 

17.06.1951               Monatsversammlung im Neuhaus

 

In dieser Versammlung wurden vom 1 Vorstand Knoglinger eingangs alle meine Fragen besprochen; vor allem wurde darauf hingewiesen, daß die Imker in der schwarmreichen Zeit unbedingt auf der Hut sein müssen. Nach Erledigung von verschiedenen Vereinsangelegenheiten nahm Hr. Staudenmeier das Wort zur Schwarmverhinderung, zum Honigschleudern und zur Frage der Königinnen am Bienenstand. Er erklärte, dass das Schwärmen der Bienen in erster Linie eine Erbanlage sei und weiterhin von dem anhaltenden Regenwetter, bei den kein Flug stattfinden konnte, stark beeinflusst werden. Man kann diesen übermäßigen Schwärmen der Bienenvölker nur entgegentreten, indem Königinnen gezüchtet werden, die von einem schwarmträgen Volk abstammen und dem Bienenvolk zu gegebener Zeit Platz gemacht wird, damit keine Enge innerhalb des Volkes entsteht. Er wies ferner darauf hin, dass es nun höchste Zeit werde, den im Bienenvolk befindlichen Blütenhonig auszuschleudern. Durch die Entnahme des Honigs wird die Biene zur erneuten Arbeit angeregt. Den Jungimkern wurde nahegelegt, dass die nun mit allem Ernst an die Zucht von Königinnen herangehen müssen. Und diese auf der Belegstelle Raggert aufstellen, denn wir dadurch sei es möglich, dass diese jungen Königinnen von rausherein Drohnen begattet werden und dadurch das übermäßige Schwärmen beseitigt werden könne.

 

 

16.06.1951

 

Nach dem Zolltarifgesetz vom 16.Aug.1951 ist für den Auslandshonig ein Wertzoll von 40% festgesetzt. Das ist der höchstmögliche Zollsatz.

 

 

 

9.9.1951                     Herbstversammlung im Cafe Seimler

 

Wie im Vorjahre, so fand auch diesjährige Herbstversammlung beim Imkerkameraden Vinzenz Pfnür im Cafe Seimler statt. Anschließend war Familienunterhaltung, zu der zahlreiche Imker mit ihren Frauen erschienen waren.

 

 

1.10.1951                   Eingebung eines Teuerungszuschusses

 

Dazu gibt der Vorstand des Landesverbands bayr. Imker, Hr. Birklein bekannt:

Infolge der eingetretenen Teuerung u. sonstiger Umstände ist dem D.J.B die Selbstfinanzierung z.B. nicht in vollen Umfang möglich. Dazu hat sich dein Aufgabengebiet infolge der Liberalisierung, der Zoll und vieler anderer Fragen ganz bedeutend erweitert. Es ist daher die Einhebung eines freiwillig zu beistenden teuerungszuschlagen von 20 Pfennig pro Imker unumgänglich notwendig. Die Ortsvereine werden gebeten, diesen Teuerungszuschuss sogleich einzuheben und umgehend einzusenden. Möge jeder Imkerkamerad den kleinen Beitrag gerne leisten, eingedenkt der Worte:

Imker, sei treu deinem Bunde!

Nur so wirst du deiner Zukunft froh werden.

Alleine bist du verloren.

                                   Birklein

 

 

7.10.1951                   Monatsversammlung:

 

Am Sonntagvormittag trafen sich die Imker im Neuhaus. Vorstand Knoglinger begrüßte die Erschienen. Die am 16. Sept. im Hofbrauhaus München stattgefundene Kreisversammlung die sehr gut besucht war, und an der auch 1. Vorstand Knogliner als Delegierter teilnahm, gab Anlaß, die dort gehalten Themen: „Einwirkungen der Erdstrahlen auf die Bienen“ und „Belange der Bienenzucht“ in kurzen Umrissen zu streifen. Zum Schluss schaltete sich nach Hr. Staudenmeier mit dem Vortrage ein: „Letzte Arbeit am Bienenstand.“

Besonders lebhaft war die Schlussansprache: Welche Bauten haben wir im Berchtesgadener Land? Und welche Bienenwohnungen sind die besten?

Die Versammlung war gut besucht. Die Imker wollen sich noch einmal treffen, dann jedoch soll wider eine Pause eintreten, die bis anfangs Februar dauert.

Erst wenn die Bienen zu neuem Leben erwachen, wird es nötig sein, die Arbeitsbesprechungen wieder aufzunehmen.

 

11.11.1951                   Letzte Monatsversammlung im Neuhaus:

 

Die Weihnachtsvorbereitungen waren das Hauptthema dieser letzten Imker – Zusammenkunft. Vorstand Knoglinger besprach nach seinen Begrüßungsworten das Programm eingehend mit seinen Imkerfreunden. Am 16. Dez. will der Verein erstmalig eine Weihnachtsfeier durchführen, zu der auch die Frauen geladen werden. Ein lehrreicher Lichtbildervortrag soll den frohen Nachmittag bereichern. Ein Ausschuß wurde gebildet, dem die Durchführung der Vorbereitung u. zum Teil auch das Programm übertragen wurde. Der damit verbundene Glückshafen wird vielen eine Überraschung bringen. Die Vereinsmitglieder wollen für den Glückshafen selbst aufkommen, da die Geschäftsleute mit den vielen anderweitigen Spenden überlastet sind. Nach diesen Beratungen sprach Hr. Staudenmeier über die Beutenfrage. Zum Schluß kam man zu dem Resultat, daß die Berchtesgadener Beute (erdacht von Hr. M. Weiß) in ihrem heutigen Zustand zu klein ist und durch eine geschickte handhabung von jedem Imker vergrößert werden kann. Wo die Platzfrage ausschlaggebend ist, wurde angeregt, wenn irgend möglich, sich die Blätterbeute zu beschaffen, da diese durch ihre Stapelfähigkeit weniger Platz beansprucht.

 

1951

 

In der Gemeinde Marzoll bei Reichenhall wird auf einem Bienenstand amtlich dier Ausbruch der Milbenseuche festgestellt.

 

 

2.12.1951        Kennzeichnungspflicht für Auslandshonig

 

Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft u Forsten gibt bekannt:

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß für die aus dem Auslande eingeführten Lebensmittel die Vorschriften des Lebensmittelgesetzes in der Fassung vom 14. Aug. 1948 (RGBL. I S. 488) gelten. Infolgedessen muß auch der Auslandshonig gekennzeichnet werden und zwar in deutscher Sprache. Wer gegen diese Vorschriften verstößt, macht sich nach den Strafvorschriften des Lebensmittelgesetzes strafbar.

Bei Zuwiderhandlung ist dem deutschen Imkerbund auf dem Dienstwege Mitteilung zu machen.

 

 

8.12.1951        Der Imkerverein Berchtesgaden versendet an seine Mitglieder nachstehende Einladung:

 

Zu der am 16. 12.1951, 14 Uhr im Gasthof Neuhaus stattfindenden Weihnachtsfeier des Imkervereins Berchtesgaden laden wir Sie herzlich ein.

Programm:

1.     Ansprache Musik und Weihnachtslieder

2.     Vorführung eines Filmes über das Leben der Bienen

3.     Gabenverlosung; im Anschluß geselliges Beisammensein

Nach der Vereinbarung in der letzten Imkerversammlung werden die Mitglieder gebeten, ihre Spenden zur Gabenverlosung bis spätestens 10. 12. 1951 beim Vorstand Knoglinger im Kiosk Bahnhofsweg abzugeben.

                                                                       Vorst. Seb. Knogblinger

 

17.12.1951     

 

Am gestrigen Samstag feierten die Mitglieder des Imkervereins Berchtesgaden mit ihren Frauen und Kindern eine äußerst gemütliche Weihnachtsfeier, die einen überaus guten Besuch aufwies. Die Feier fand im neu errichteten Verandazimmer des gasthof Neuhauses statt. 2. Vorstand Staudenmeier begrüßte die erschienenen und erinnert daran, daß diese Weihnachtsfeier – Weihnachtsfeiern überhaupt ruhten seit 12 Jahren – mit dem 30 Jährigen Bestehen des Imkervereins zusammenfällt.

Als das Weihnachtslied erklungen war, wurden die Lose verteilt und aus dem reichhaltigen Glückshafen holte sich mancher eine Willkommene Überraschung. – Ein aufschlussreicher Film „Der Imker bei seiner Arbeit“ bereicherte das Programm des so gemütlichen nachmittags. Auch Hr. Keller aus München, der den Film festlich ergänzte machte sich zum Sprecher. Er hob die gute Arbeit dieses Vereins hervor, der als vorbildlich in Obb. gilt.

 

 

13.1.1952               Monatsversammlung

 

Im Vereinslokal Neuhaus traf sich ein kleiner Kreis der Bienenfreunde. Vorstand knoglinger begrüßte die Erschienenen. Nach dem verlesen des Rundschreibens des Verbandes München wurde noch einmal das Zustandekommen und der Verlauf der Weihnachtsfeier, die erfreulicherweise einen Kassenüberschuss erbrachte, besprochen. Vorstand Knoglinger dankte vor allem den Sprechern und dem Anreger Hr Staudenmeier. Ein weiterer interessanter Punkt war: „Wie verhalte ich mich bei Schäden durch Bienen?“ Das Ergebnis war, daß immer größte Vorsicht am Platze die dadurch zum Ausdruck aber kommt, daß die beste Versicherung der Selbstschutz sei:

„Stellt eure Bienen nicht zu nahe an die Weggrenze, gebt ein kleines Täfelchen dazu, das am Bienenstande angebracht wird, zur Vorsicht mahnt und Hinweise enthält, das jeder Besucher auf eigene Gefahr den Bienenstand betritt.“

Diese Mahnung erteilte Hr. Staudenmeier. Erfreulicherweise kann der Gedanke einen Lehrbienenstand zu errichten bald in die Tat umgesetzt werden. Unmittelbar nach Bekanntgabe meldeten sich schon die ersten Spender, die Holz zur Verfügung stellen. „Nun sehe ich nicht mehr schwarz“ sagte Vorstand Knoglinger, der sich darum stehts bemüht hat. Auch die Platzfrage, sowie das Lehrmaterial und schließlich die Bienenvölker selbst, bedeuten kein schwieriges Problem mehr.

„Einigkeit macht stark“, dieses schon so oft bewährte Sprichwort bewahrheitet sich in bes. Maße bei den imkern. Schon bei der nächsten Versammlung soll ein Ausschuss gebildet werden, der den fortschrittlichen Gedanken nach besten Kräften fördern wird.

 

 

10.2.1952               Monatsversammlung im Neuhaus:

 

Noch trägt Mutter Natur eine große Schneedecke und dennoch sind die Bienenväter jetzt schon bemüht, den ersten Ausflug der Bienen zu sichern. Die Sorge um ihre Schützlinge kam am Sonntag so recht zu Ausdruck, als sich die Imker zu einer Besprechung im Gasthof Neuhaus zusammenfanden. Vorstand Knoglinger, der die Erschienen begrüßte, referierte über die eigenen Völker und Königinnen und macht darauf Aufmerksam, daß die Einführung aus fremden Ländern wegen der damit verbundenen Seuchengefahr nicht zu raten sei. (Ist direkt verboten! K.)

Die Erstellung des Lehrbienenstandes soll mit Vorsicht u. Bedacht angegangen werden, denn man könne es nicht verantworten, den Verein in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen. „Langsam aber sicher“ sei die Parole. Erfreulicherweise ist auch bei dieser Versammlung wieder Bauholz gespendet worden. Bezüglich des Lehrbienenstandes schaltet sich auch Schriftführer Metzenleitner ein, der über den Wert der Gemeinschaftsarbeit sprach.

Den Imkern, die dem verein noch nicht angehören, ist jetzt wieder Gelegenheit geboten, beizutreten. Der Jahresbeitrag von 4,50 DM macht sich bezahlt durch die vielen Vorteile, die den Imkern geboten werden, zudem die damit verbundenen Versicherungen mitinbegriffen ist. – Noch einmal wurden besonders die Jungimker aufgefordert, die Dächer der Bienenstände abzukehren, in Kürze Teppiche zu legen oder Torfmull und Heublumen zu streuen, damit die Bienen bei ihrem ersten Ausflug nicht zugrunde gehen.

Anschließend verlas Kassier Moderegger aus einer alten Bienen – Fachzeitschrift vom Jahre 1912 einen Aufsatz des damaligen Salinenkassiers J. Schmoll über die Arbeit des ersten Bienenzüchters Mich. Weiß, der seine Bienen zur Sennerin auf die hohe Alm brachte. Die Anschauung des alten Imker – Pioniers Weiß, der hier noch in bester Erinnerung steht, „das Bergbienen die frischesten sind und daß sich diese Mühe auf Jahre hinaus günstig bemerkbar macht“, wurde von Teilnehmern der heutigen Versammlung bestätigt.

Nach diesen Ausführungen verabschiedeten sich die Teilnehmer, um sich in einigen Wochen mit dem Kreisfachverständigen bei der Regierung von Obb. wieder zu treffen.

 

 

17.2.1952             Bezirksversammlung

 

1. Vorsitzender Hr. Ponn in Laufen begrüßte die Erschienenen herzlich und stellte dann sofort eingehend den Bericht über die vom oberbayr. Kreisverband angeregte Errichtung einer Seuchenkasse. Der Antrag fand aber wenig Gehör und soll deshalb zunächst die Stellungnahme hierzu durch den Landesverband abgewartet werden. Auch ein diesbezüglicher Antrag betr. Einer Staatlichen Viehseuchenkasse fand nicht die Zustimmung der Anwesenden. Hinsichtlich der Zuckersteuerrückvergütung berichtete der 1. Vorstand, daß diese gemäß einer diesbezüglichen Entschließung solange nicht gewährt werden kann, solange die Imker mit einer Vergällung des für die Auffütterung der Bienen zu lieferndem Zucker nicht einverstanden sind.

Die im Schönramer Moos liegende, unter Leitung des Hr. Balleis liegende Bezirks – Belegstelle soll weiterhin aufrecht erhalten bleiben.

Anschließend wurde noch das Kapitel „Ehrungen“ eingehend besprochen.

Die nun folgende Neuwahl der Vorstandschaft hatte folgendes Ergebnis: es wurden gewählt als

1.     Vorstand                   Hr Ponn in Laufen

2.     Vorstand                   Hr. Staudenmeier in Bischofswiesen

Schriftführer                          Hr. Wimmer in Tittmoning

Kassier                                  Hr. Angerswinter in Teisendorf

 

 

24.4.1955              Ordentliche Generalversammlung im Vereinslokal „Gasthaus Neuhaus“

 

Vorstand Hr. Seb Knoglinger eröffnet sie und es folgten die Berichte über einzelne Tätigkeitsbereiche. Er gedachte zuerst den Gefallenen und Toten des Vereins, vor allem des Gründungsmitgliedes, Hr. Amtmann Knoll, Salzberg, Hilgerlehen. Durch Kranzspenden und Teilnahme der Vorstandschaft an seinem Begräbnis hatten der Verein seine Verehrung und Dankbarkeit ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht.

Hr. Metzenleitner verlas einen erschöpfenden Jahresbericht als Schriftführer. Hr. Moderegger gab den Kassenbericht. Unser verehrter Altmeister Hr. Staudenmeier sprach im kurzen Vortrag über die im neuen Jahr dringend nötige Königinnenzucht.

Wenn in der Kürze die Würze liegt, so war der Bericht unseres Belegstellenleiters Stocker (Schmänei) unübertrefflich. Über seine Mühevolle Arbeit, die von einem Außenstehenden gar nicht zu würdigen ist, aber von allen Zuchtfachverständigen des Imkerbundes größte Anerkennung fand. Da er im Mai sein 65. Lebensjahr vollendet, wünscht er sich einen guten, aufopfernden Nachfolger. Die nun anschließende neuwahl der Vorstandschaft in geheimer Wahl hatte folgendes Ergebnis:

1.Vorstand:     Hr. Sebastian Knoglinger

2.Vorstand      Hr. Staudenmeier

Kassier           Hr. Moderegger

Schriftführer    Frau Imme Marx

Der alte Schriftführer Hr. Metzenleitner ist beruflich leider überlastet.

 

 

21.5.55                Schneefall bis zur Zaunerbrücke, ausgezogene Brut vor dem frühling, Notfütterung!

 

Auftreten von Nosema. Der Sommer war sehr verregnet. Die Honigeimer blieben leer. Der Tod nahm uns auch unseren freundlichen, allseits beliebten Herbergsvater Hr. Weigl. Der Vorstand erweist ihm bei seinem Begräbnis die letzte Ehre.

 

 

24.12.55               Schneefall

 

Ein milder Dez. mit manchem Flugtag brachte milde grüne Weihnachten und ein ebenso milder schonender Januar folgte.