Abschrift der Vereinschronik von 1926 bis 1930

 

 

 

3.1926

 

Einheitsgläser und die Werbemittel des Deutschen Imkerbundes (Verschluss-Streifen, Honigschild, Einwickelpapier) kommen ab März zur Ausgabe.

Die Tatsache, dass das im Vorjahre festgestellte Auftreten der Nosema-Seuche immer mehr und mehr um sich greift, gab Veranlassung, alle Imker des Bezirks Berchtesgaden zusammen zu rufen um sich darüber schlüssig zu werden, welche Maßnahmen zur

Bekämpfung dieser Seuche seitens der Imker entsprechend den oberpolizeilichen Vorschriften ergriffen werden müssen.

 

 

25.4.1926

 

An der diesbezüglichen, außerordentlichen Versammlung am 25. April nahmen teil die Herren

Regierungsrat Horst als Vertreter des Bezirksamtes, Bezirksarzt Dr. Feser, Landwirtschaftsrat Schreiber und der 1. Vorstand des Bienenzuchtvereins Reichenhall Holzner.

Zunächst gibt der 1. Vorstand Komposch bekannt, dass nach einer Zuschrift der Regierung von Oberbayern im benachbarten Tirol mehrere Milbenfälle festgestellt wurden und dass die im Vorjahre erlassene oberpolizeiliche Vorschrift noch nicht aufgehoben ist. Übergehend auf die im Berchtesgadener Bezirk herrschende Nosema-Seuche, deren Bestehen zweifellos auf das Jahr 1904 – Reichenhall verlor damals 60% aller Völker – zurückzuführen ist, gab der 1. Vorstand zunächst eine…. bekannt, derzufolge in der Bekämpfung der Bienenseuchen um eine Hilfe durch das Reich nicht zu denken ist. Erfreulicher Weise aber haben die

Landesregierungen aus sich heraus versucht, durch oberpolizeiliche Vorschriften den Imkern zu Hilfe zu kommen. Entsprechend dieser Vorschriften habe nun auch die bezirkspolizeiliche Behörde einschlägige Maßnahmen angeordnet. Dazu machte der 1. Vorstand folgenden Vorschlag:

Das Bezirksamt stellt einen geeigneten Sachverständigen auf, der an Hand amtlich erstellter

Verzeichnisse aller Imker die sämtlichen Bienenvölker des Bezirks aufsucht, diesen Bienenproben entnimmt, welche dann durch die veterinärpolizeiliche Anstalt Schleißheim mikrobiologisch untersucht werden; der Befund geht an den amtlichen Sachverständigen der Regierung von Oberbayern Schreiber, die seinerseits einen zusammenfassenden Bericht mit eventuellen Vorschlägen dem Bezirksamte unterbreitet, das dann entsprechende Anordnungen trifft.

Es folgt zunächst ein Vortrag des Herrn Schreiber über die nun notwendige

Frühjahrsbehandlung der Bienen und er empfiehlt eindringlichst den Vorschlag des 1. Vorstandes anzunehmen. Herr Regierungsrat Horst erklärt sich namens des Bezirksamtes mit dem Vorschlag vollständig einverstanden und versprach die Imker in ihrem Kampfe tatkräftigst zu unterstützen. Die nun folgende Abstimmung ergab einstimmige Annahme des Vorschlags. Nun ergriff noch Herr Dr. Feser das Wort, um als Bezirkssachverständiger in überzeugender Weise … die Imker in die Notwendigkeit der Seuchenbekämpfung einzuführen. Herr Dr. Feser hat sich mit der Übernahme der Stelle eines Sachverständigen zugleich eine mühevolle, zeitraubende Arbeit aufgebürdet, für die ihm die gesamte Imkerschaft zu vollstem Danke verpflichtet ist. An der sich anschließenden lebhaften Diskussion beteiligten sich insbesondere die Herren Salcher, Holzinger, Weiß. Mit nochmaligem Dank an alle Anwesenden stellte der 1. Vorstand fest, dass nun die Imker im Kampf gegen die verheerende Nosema- Seuche einen wichtigen Schritt nach vorne getan haben. Es sei damit zu hoffen, ein klares Bild über den tatsächlichen Gesundheitszustand der

Bienenvölker im Bezirk Berchtesgaden zu erhalten. Andererseits aber wurde auf diesem Wege auch der bisher versteckteste und verschwiegenste Seuchenherd ans Tageslicht gerückt und die wirksame Bekämpfung der Seuche nahtlos ermöglicht.

 

 

Mai 1926

 

Zwischenbericht über das Ergebnis der Seuchenkontrolle:

Bisher wurden 232 Bienenvölker auf Nosema-Milben-Seuche und Faulbrut untersucht.

Hiervon waren 62 Völker als nosemaverseucht zwischen 4-100%. Nach dem bisherigen

Ergebnis die mikrobiologischen Untersuchungen müssen die Gemeinde Berchtesgaden, Königssee und Scheffau als besonders stark, Bischofswiesen und Ramsau als wenig- bis mittelverseucht betrachtet werden, während Schellenberg bis auf einen Befund und Au als gänzlich seuchenfrei gelten. Gelegentlich einer Begehung des Seuchengebietes seitens des Herrn Landwirtschaftsrates Schreiber und des 1. Vorstandes Komposch wurde in der Gemeinde Königssee auf einem Bienenstand auch die bösartige Faulbrut festgestellt. Das befallene Volk existiert heute nicht mehr und es ist deshalb zu hoffen, dass dank der Einsicht des betreffenden Imkers die Seuche auf ihren Herd beschränkt bleibt.

 

 

 

 

Mai 1926      Der oberbayerische Kreisbienenzuchtverein gibt bekannt:

 

Wir weisen darauf hin, dass von der Landesanstalt für Bienenzucht in Erlangen auch in Tirol einige schwere Milbenseuchenfälle festgestellt wurden. Namentlich den Imkern der bayerischen Grenzgebiete wird größte Aufmerksamkeit und Vorsicht empfohlen.

 

 

 

12.12.1926

 

In der im Hotel Krone stattfindenden Jahresschlussversammlung, die sich eines sehr starken

Besuchs erfreute, gedachte der 1. Vorstand Komposch zunächst des verstorbenen Herrn

Obersteigers Jakob Angerer, schilderte denselben als einen der aufrichtigsten Mitglieder. Der

Verein wird ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Anschließend erfolgte die

Besprechung interner Vereinsangelegenheiten. Die Versammlung billigte einmütig das

Vorgehen des 1. Vorstandes und sprach diesem den ganz besonderen Dank und die Anerkennung für die bisher geleisteten Dienst aus und bat ihn auch weiterhin die Geschicke des Vereins in bisheriger Weise zu lenken. Zu Punkt 2 Einigte man sich an den bisherigen Jahresbeitrag von 5 Mark in dem auch die Beiträge zum Kreis- und Landesverein VJD und für

„Bayrische Biene“ enthalten sind, festzuhalten. Es wurde den Imkern gestattet, erforderlichenfalls in 2 Raten zu zahlen. Anschließend folgte ein ausführlicher Bericht über den Gesundheitszustand unserer Bienenvölker. Die durchgeführte Untersuchung gab ein ziemlich klares Bild über den Grad der Verseuchung in den einzelnen Gemeinden. Die von einigen Imkern geforderte Einstellung des Einfuhrverbotes wurde abgelehnt und die Wiedereinführung der Kontrolle der Bienenvölker in Aussicht gestellt. Den Schluß der Versammlung bildete eine gratis-verlosung von Bienenwirtschaftlichen Geräten, die durch einen namhaften Zuschuß aus Bezirksmitteln möglich war. Mit herzlichsten Wünschen für das kommende Jahr 1927 schloß der 1. Vorstand die letzte Versammlung dieses Jahres. 

 

 

 

31.12.1926   Das Jahr 1926 schließt mit einem Mitgliederstand von 59 (!!!) ab

 

In der Nachkriegszeit meldete sich eine Menge von sogenannten Auch-Bienenzüchtern dem

Verein als Mitglieder an. Der Verein erreichte somit im Jahre 1922/23 einen bisherigen

Mitglieder-Höchststand von 189. Die Vorstandschaft konnte aber keine Freude an diesen Zugängen haben, weil für die Mehrzahl dieser Leute der Zweck des Beitrittes nicht Förderung der Bienenzucht, sondern Zuteilung von Bienenzucker war. Von vielen dieser neuen Mitglieder sind Bienen nur zum Zwecke des Erhalts von Zucker aufgestellt worden: ja, es geschah sogar, daß Imker die dem Verein angehörten einzelne ihrer Völker leihweise an Bekannte übersiedelten und letztere so zu Imkern machten. Heute hat uns die Mehrzahl dieser Herren Auch-Imker wieder den Rücken gekehrt. Sie brauchen den Verein nicht mehr und wir sind froh, diese Sorte Bienenzüchter loszuhaben. 

 

 

 

13.2.1927     Monatsversammlung im Hotel Krone

 

Zu der zahlreich besuchten Versammlung weist der 1. Vorstand zunächst hin auf eine Verordnung der Regierung von Oberbayern „Die anzeigepflichtigen Bienenkrankheiten“ und ermahnt die Imker schon beim geringsten Verdacht die oberpolizeiliche Verfügung zu befolgen. Was der Imker bei Ausbruch einer Seuche auch schon beim bloßen Verdacht zu tun hat, finde er in No 1 vom Jahre 1927, Seite 11 unserer Verbandszeitschrift „die Bayerische Biene“. Die Verteilung eines diesbezüglichen Flugblattes der Landesanstalt bzw des

Landesvereines Bayerischer Bienenzüchter wird in Aussicht gestellt. Anschließend spricht der 1. Vorstand über die Auswinterung der Bienenvölker und gibt Ratschläge für die Behandlung der Bienen in der kommenden Zeit, wobei ganz besonders darauf hingewiesen wird, wie unendlich wichtig neben genügendem Vorrat von Nahrung, Honig und Pollen auch die Darreichung von Wasser und ganz besonders die Sorge für Wärme im Bienenvolke ist. 

 

 

 

10.4.1927     Generalversammlung im Hotel Krone zu Berchtesgaden

 

Der 1. Vorstand Komposch bringt zunächst den Jahresbericht für das abgelaufene Vereinsjahr 1926 zur Verlesung. Demselben war zu entnehmen:

Abermals ist die Zahl der Mitglieder nicht unerheblich gesunken. Mangel an Geld und wirtschaftliche Not veranlasste wohl viele Imker die seither dem Verein treu blieben diesem nun den Rücken zu kehren. Auch das vorangehende schlechte Bienenjahr hat einen großen Teil des Austrittes auf dem Gewissen. Trösten wir uns mit dem Gedanken, daß Imker, die wegen eines Mißjahres die Flinte ins Korn werfen, weder jemals Imker, Bienenzüchter waren, noch geworden wären, wie sie die deutsche Bienenzucht braucht.  Der Verein und auch die Bienenzucht verlor durch solche Austritte nichts.

Von sämtlichen Mitgliedern wurden zu Ende des Jahres 312 Bienenvölker und zwar 307 in Mobil- und 5 in Stabilbeuten zur Einwinterung gebracht. Die Gesamtzahl aller Bienenvölker des Bezirks Berchtesgaden betrug nach dem Ergebnis der amtlichen Zählung vom 1.12.1926 624 Völker, davon 496 in Kästen und 189 in Körben. Der große Abgang an Bienenvölkern während des Jahres erfuhr einen Ausgleich durch den außergewöhlichen Anfall von Naturschwärmen. Große Sorge bereitete der Gesundheitszustand der Bienenvölker. Wenn auch die im Vorjahr festgestellte Nosema-Seuche nicht in dem Maße herrschte, als ursprünglich vermutet wurde, so hat die Seuchenkontrolle doch ergeben, dass die Gefahr, die unseren Bienen droht, keineswegs unterschätzt werden darf. Was sodann den Honigertrag betrifft, so darf von wenigen Ausnahmen abgesehen von einer glatten Missernte gesprochen werden. die Hoffnungen mit denen man seinerzeit in das neue Jahr hinüber wechselte, haben sich fast durchwegs nicht erfüllt. Wenn da und dort, vereinzelt von guter Ernte gesprochen werden konnte, so war das für manche Imker ein Fingerzeig, welcher Unterschied zwischen einer sogenannten Honigbiene und einer Schwarmbiene besteht. Die Belegstelle Raggert stand lange Zeit verweist da. Schuld daran ist vorwiegend die außerst ungünstige Witterung. Die Zeit vom 3. Mai bis 13. August, das sind 101 Tage weist nicht weniger als 78 Regentage

mit einer gesamten Niederschlagsmenge von 1023 mm auf. Die Gesamtjahresniederschlagsmenge betrug 2102 mm. 

Eine wesentliche Unterstützung erfuhr der Verein seitens der Behörden und des Kreisvereins.

Ein namhafter Beitrag aus Bezirksmitteln ermöglichte eine Verlosung von

Bienenzuchtgeräten während die Zuschüsse des Bezirkstages und des Kreisvereines in der

Hauptsache für den Ausbau der Belegstelle Verwendung fanden. Erwähnt sei auch, dass ein

Mitglied unseres Vereins für ein durch Diebstahl verlorenes Volk aus der

Haftpflichtversicherung den Betrag von 40 Mark ausbezahlt erhielt. Die Kasse wurde geprüft, für richtig befunden und dem Kassier unter Worten des Dankes Entlastung erteilt. Anschließend erfolgte gemäß § 3 der Vereinssatzung Neuwahl der Vorstandschaft. Diese ergab keine Änderung, die alte Vorstandschaft wurde einstimmig wiedergewählt. Mit der Bitte an alle Mitglieder, auch fürderhin den Verein treu zu bleiben, ihn in seinem Bestreben die Bienenzucht zu heben und zu fördern, tatkräftigst zu unterstützen, schloß der 1. Vorstand die prächtig verlaufene Generalversammlung.

 

 

 

13.6.1927     Grundstock für Notleidende Imker

 

In No 7 der „Bayr. Biene“ v. laufenden Jahr s. 238 spricht Landesvereinsvorstand

Heckelmann für die ihm aus Anlass zu seinem 70. Geburtstages zuteil gewordenen Ehrungen seinen Dank und verbindet damit eine Bitte, die ihren Ausdruck in einem Aufruf zur Beisteuer freiwilliger Gaben für Notleidende Imker findet. Darin richtet Heckelmann an alle Imker und Imkervereine die Bitte, dem Landesverein Gaben zur Verfügung zu stellen zwecks Gründung eines Fonds, aus dem unverschuldet in Not geratene Imker einigermaßen schadlos gehalten werden können. Der Verein Berchtesgaden gibt zu diesem Zwecke den durch freiwillige Spenden eingesammelten Betrag von 23,55 Mark.

 

 

 

13.7.1927

 

An diesem Tage starb nach längerer Krankheit infolge eines Schlaganfalles eines unserer eifrigsten Mitglieder, Herr Oberbauverwalter Anton Rudholzner in Berchtesgaden. Ein Imker mit einer mehr als 37jährigen erfolgreichen Tätigkeit; Rudholzner war in früheren Jahren langjähriges Ausschussmitglied des Reichenhaller Bienenzuchtvereins; sein Vater war Vorstand des im Jahre 1879 gegründeten Bienenzuchtvereines Reichenhall (siehe S. 4). Unvergesslich bleibt, dass in den Kriegsjahren 1914-1918 er einer der besten jener Imker war, die treu mitgeholfen haben, auch die Bienenzucht durchzuhalten, was für ihn in dem gebirgigen Berchtesgadener Land und bei den vermehrten Dienstgeschäften bei Bergbau und Saline keine Kleinigkeit war. –Der Verein wird seiner stets in Ehren gedenken. 

 

 

 

24.9.1927     50jähriges Gründungsfest des Bienenzuchtvereins München

 

Als der Verein sein Programm für dieses Jubelfest sich zurechtlegte, ging er von dem

Gedanken aus, dass sein Festabend ein Treffen aller bayerischen und deutschen Imker werde. Diesem Wunsche konnte sich der Bienenzuchtverein Berchtesgaden nicht verschließen und beschloss daher seinen 1. Vorstand nach München zu entsenden. Die Teilnahme des Vereins Berchtesgaden als einen der entferntest liegenden Vereine wurde dann auch mit besonderer Freude und Anerkennung seitens der Münchner Imkerfreunde vermerkt.

 

 

 

16.10.1927   Herbstversammlung im Hotel Krone

 

Zu Anfang der sehr gut besuchten Versammlung gedachte der 1. Vorstand Komposch des verstorbenen Herrn Anton Rudholzner und würdigte dessen Verdienste um die Bienenzucht. Anschließend hielt Herr Bezirkstierarzt Dr. Feser einen interessanten Vortrag über den Stand der Bienenkrankheiten im Bezirk Berchtesgaden und im Nachbarland Österreich. Für die Bekämpfung der Seuchen, respektive Verhinderung der Einschleppung gefährlicher Seuchen bezeichnet Dr. Feser als überaus wertvoll die ständige Fühlungsnahme der bayerischen Regierung mit jener Österreichs. Sodann sprach der Referent über die Entstehung und

Ansteckungsmöglichkeit der Nosema und deren Bekämpfung. Reicher Beifall wurde dem

Referenten zum Lohn. Es folgte der Bericht zur diesjährigen Vertreterversammlung in Dachau. Leider war Referent Gutsverwalter M. Reiner im Vierradlehen wegen Erkrankung verhindert und musste sein ausführlicher Bericht verlesen werden. Zu Punkt 4 des Programmes „Vereinsangelegenheiten“ gab der Vorsitzende den Aufruf des

Landesvereinsvorsitzenden Heckelmann betreffs Sammlung für Notleidende Imker bekannt.

Die augenblicklich vorgenommene Sammlung ergab die schöne Summe von 23,55 Mark, wie auf Seite 53 bereits vermerkt. Hieran anschließend folgte die Ehrung verdienter Mitglieder. Nach Worten des Dankes und der Anerkennung für geleistete Dienste, verbunden mit der

Bitte auch weiterhin dem Verein die Treue zu wahren, übergab der 1. Vorstand die vom Landesverein Bayr. Bienenzüchter gestiftete Ehrennadel an Frau Maria Fegg, Weißbacherin in Schellenberg. Herrn Math. Weber, Salinsudmeister a. D. in Faselsberg, Herrn Math. Fischer, Straßenaufseher in Schellenberg.

Die Besprechung über „Kampf gegen Auslandshonig“ wurde auf eine spätere Versammlung verschoben.

 

 

 

22.10.1927   Versammlung des Bienenzuchtvereins Reichenhall St. Zeno

 

Referent: Gg. Reindl, Großbienenzüchter in Salzburg-Itzling, 1. Vorstand des Salzburger Imkerbundes. Da genannter Referent über die Milbenseuche  im österreichischen Grenzland ausführlich zu sprechen versprach, nahm an der Versammlung nach Einladung der 1. Vorstand  des Bienenzuchtvereins teil.

 

Schon gleich bei Beginn seines Vortrages entrollte Herr Reindl ein äußerst betrübliches Bild über den Stand der Milbenverseuchung; nach bisherigen Feststellungen dürfe angenommen werden, dass mindestens 50% aller Bienenvölker vollkommen verseucht sind. Hierzu gibt der Referent bekannt, dass sämtliche Untersuchungen von ihm selbst durchgeführt wurden. Festzustellen sei, dass jetzt ein langsames Vordringen gegen Osten zu erkennen sei. Im Lande Salzburg wurden bis jetzt von 1400 untersuchten Völkern 563 als verseucht befunden. Auffallender Weise sei der ganze Bezirk Hallein völlig Milbenfrei, was für die angrenzenden bayrischen Gemeinden auch Scheffau, Schellenberg Markt und Land eine große Beruhigung sein mag. Auch veterinäpolizeiliche Untersuchungen innerhalb des Bezirks Hallein haben nicht einen Fall von Milbenbefall ergeben. Dieses sei auch dem Umstande zu verdanken, dass schon zu Zeiten des 1. Weltkrieges der Handel von Bienen aus Österreich mit

Bayern unterunterbunden wurde. Unverständlich sei es, wenn bayerische Imker das Einfuhrverbot aufgehoben wissen wollen. Andernfalls klagte der Referent, dass die österreichische Regierung bis vor kurzer Zeit sehr wenig Interesse für die Bienenzucht gezeigt habe und bat schließlich die Reichsdeutschen Imker, speziell die bayrischen Bienenzüchter zur Zusammenarbeit zur Wiederholung der Bienenzucht.

 

 

 

4.11.1927     Monatsversammlung im Hotel Krone in Berchtesgaden

 

1. Vorstand Komposch sprach vor zahlreich versammelten Mitgliedern des Vereins über Imker im Kampfe mit dem Auslandshonig. Aus dem Vortrag war zu ersehen, dass die deutschen Imker wohl gewappnet sein müssen, um diesen Kampf erfolgreich zu bestehen. Wird der Kampf gegen den Auslandshonig nicht aufgenommen, so geht die deutsche Bienenzucht mit riesen Schritten ihrem Untergang entgegen. Die Einfuhr sei bald größer als die deutsche Erzeugung, der neuseeländische Honig werde als der beste Honig der Welt angeboten. Falsch wäre es, wollten wir den Auslandshonig völlig verwerfen, da er bekanntlich Tauschware ist und für ihn Farben und Chemikalien exportiert werden können. Eine chemische Untersuchung des vom Ausland importierten Honigs hat gezeigt, dass sich unter 40 Sorten nur eine einzige finden ließ, die unserem heimischen, dem deutschen Honig gleichgestellt werden könnte. Der Vortragende wies aber im weiteren Verlauf auch darauf hin, wie unvollkommen oft die Reinheit des Auslandshonigs ist und wie er sogar in gebrauchten Erdölkannen zum Versand aus Übersee kommt. Als Maßnahmen gegen die Einfuhr fordert der Redner eine Zollherhöhung. Der derzeitige Zoll betrage pro … 40Mark. Als weitere Maßnahme wurde empfohlen, seinen Honig nur im Einheitsglas mit dem Kontrollstreifen abzugeben, außerdem Produktionssteigerung durch intensive Königinnenzucht stets im Auge zu behalten. 

 

 

11.11.1927

 

Auf Einladung spricht der 1. Vorstand des Bienenzuchtvereins Berchtesgaden gelegentlich einer Imkerversammlung im Gasthaus Hofwirt in St. Zeno über dasselbe Thema: Der Imker im Kampf mit dem Auslandshonig. 1. Vorstand Holzner sprach dem Vortragenden den besten Dank des Vereins aus und versprach mit dem Berchtesgadener Verein nach Kräften zusammen arbeiten zu wollen. Im Laufe der Versammlung wurde auch bekannt, dass der altbekannte Bienenvater und Gastwirt Lay von … Mitglied des Reichenhaller

Bienenzuchtvereins beim Bezirksamt Berchtesgaden und beim Landwirtschaftsministerium die Aufhebung des Einfuhrverbots für lebende Bienen aus dem Ausland (Österreich) beantragt hat. Sofort nach Bekannt werden dieses Antrages hat der 1. Vorstand des Reichenhaller Vereines Herr Holzner bei den maßgebenden Stellen in anbetracht der

Seuchenverhältnisse schärfsten Einspruch erhoben und wird selbstverständlich auch in Zukunft alles geben um einen solchen für unsere Einheimische Bienenzucht schädigenden Antrag wirksam entgegen zu arbeiten. 

 

 

 

18.12.1927   Monatsversammlung im Hotel Krone

 

Mitgliederwerbung und Einhebung der Jahresbeiträge 1928. Vortrag: Die Durchwinterung der Bienenvölker. Anschließend Rückblick und Ausblick zum kommenden Jahr.

 

 

 

4.1928

 

Der Bienenzuchtverein Berchtesgaden erließ im Anzeiger eine Warnung:

Bei Bedarf von Königinnen diese aus dem Bezirke Laufen zu beziehen, da sich dort die Milbenseuche immer mehr auszubreiten scheine.

 

 

 

1.7.1928

 

Für den Honig der zum ersten Mal in der Verordnung über die äußere Kennzeichnung von Lebensmitteln auftritt ist der Kennzeichnungszwang vom 1. Juli 1928 an eingeführt. Danach müssen Einheitsgläser und Dosen den Namen des Herstellers (Imkers) oder Verkäufers und das Gewicht in Kilo oder Gramm auf dem Gewährstreifen tragen. Zuwiderhandlungen werden gemäß §13 des Lebensmittelgesetzes mit Gefängnis bis zu 6 Monaten und mit Geldstrafe bis zu 150 RM geahndet.

 

 

 

4.9.1928

 

Der Kreisbienenzuchtverein von Oberbayern hielt anlässlich der Landwirtschaftlichen Kreisversammlung seine diesjährigen Vertreterversammlung im festlich geschmückten Saale des Hotels Deutscher Kaiser ab. Der Bienenzuchtverein Berchtesgaden hatte als Delegierten seinen 1. Vorstand entsandt. Unter anderem lag ein Antrag des oberbayerischen Kreisvereines vor, lautend: Zur Begehung des 50. Jubeljahres hat jeder Verein für jeden die Bienenzucht auszuübenden Bienenzüchter einen Sonderbeitrag von 50 Pfennige mit den Beiträgen anlässlich der Zeitungsbestellung im Herbste mit einzusenden. Der Antrag fand einstimmig Annahme.

 

 

 

7.9.1928

 

schied in Folge eines tragischen Bergunfalles auf dem Blaueisgletscher Herr Anton Hasenknopf – Bauer und Drechsler vom Winkellehen in Schönau aus dem Leben.

Hasenknopf war einer der eifrigsten Gründungsmitglieder unseres Vereines, dem wir jederzeit ein ehrendes Gedenken bewahren wollen. R.J.P

 

 

 

11.10.1928

 

No 215 „Berchtesgadener Anzeiger“ n. J. 1928 brachte ein Inserat des weit und breit bekannten Honighändlers Pundsack, in dem er zu billigem Preise seinen Honig anbietet. Da Pundsack in der Hauptsache mit Auslandshonig handelte, sah sich der Bienenzuchtverein Berchtesgaden veranlasst in zwei ausführlichen Aufklärungsartikeln im Berchtesgadener

Anzeiger und zwar in No 218 v. 2.9.1928 und No 236 vom 11.10.1928 unter dem Titel „was man vom Auslandshonig wissen muß“ Stellung zu nehmen.

 

 

 

9.12.1928

 

Auch diese Versammlung erfreute sich eines recht regen Besuches. Der kleine Kronensaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch Nichtmitglieder waren in großer Zahl erschienen,

u.a. Herr Bezirkstierarzt Dr. Feser mit den Schülern des Landwirtschaftlichen Winterkurses. Als Referent war Herr Landwirtschaftsrat Schreiber aus München gekommen, Zu Anfang seiner Hochinteressanten Ausführungen sprach der Referent zunächst von dem schweren Kampfe, der Imker gegenüber dem Auslandshonig. Während die Einfuhr im Jahre 1919 noch rund 30.000Doppelzentner betrug, dürfte sie sich im laufenden Jahre auf 100.000

Doppelzentner belaufen. Daß bei liefergewaltiger Einfuhr die heimische Bienenzucht erliegen muss, sei klar. Nachdem aber unsere Bienenzucht für das deutsche Volksvermögen unentbehrlich ist, ist es Pflicht aller deutschen Imker energisch den Kampf gegen den Auslandshonig bis zum siegreichen Ende durchzuführen. Um dies aber zu erreichen, bedürfen wir der Mithilfe der Honigkonsumenten indem sie sich ausschließlich nur des deutschen Honigs bedienen. Berechtigte Kritik übte der Redner an der deutschen Regierung, die wenig Interesse für den der deutschen Imkerschaft aufgezwungenen Kampf zeige und sich nicht verstehen (verständigen) könne, die Wünsche der deutschen Imker nach Zollerhöhung und Deklarierungszwang für Auslandshonig zu erfüllen. – Bedauerlich sei es auch, dass die deutsche Regierung sei, selbst die gefährlichsten Bienenkrankheiten in das Viehseuchengesetz aufzunehmen. Anschließend daran sprach Herr Schreiber noch über die Pflichten des Bienenzüchers seinen Bienen gegenüber. An diese hochinteressanten Ausführungen reihte sich nach kurzer Pause ein Lichtbildervortrag, der weit über den Rahmen einer gewöhnlichen Lichtbildervorführung hinaus ging. Die einzelnen zum Teil sehr schönen Aufnahmen aus dem Leben der Bienen erfuhren durch Herrn Schreiber belebende Erläuterungen. Besondere Beachtung erfuhren die farbigen Lichtbilder aus dem Bienenlehrgarten München. Reichster, wohlverdienter Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen des Referenten, dem Vorstand Komposch den herzlichsten Dank namens der Anwesenden für das Gebotene aussprach. 

 

 

 

13.2.1929     Monatsversammlung im Hotel Krone

 

Einleitend gibt der 1. Vorstand zunächst des anlässlich der allgemeinen Viehzählung vom 1.12.1928 errechnete Zählergebnis bekannt, soweit es die Bienenzucht betrifft. Danach stieg die Zahl der Bienenvölker innerhalb des Gesamtzirkels Berchtesgaden von 1356 im Jahre 1921 auf insgesamt 1720. Hiervon treffen auf Reichenhall 951, die restlichen 769 auf unserem Bezirk. Bischofwiesen hatte mit 133 Völkern den Hauptanteil.

Anschließend daran sprach der 1. Vorstand über „Was lehrt uns dieses Zählergebnis und was müssen wir Imker tun, und worauf müssen wir achten, den Stand der Bienenzucht numerisch noch mehr zu erhöhen“.

 

 

 

24.2.1929     Monatsversammlung im Hotel Krone:

 

Nach der üblichen Begrüßung hält der 1. Vorstand zunächst einen kurzen Rückblick auf den bisherigen Verlauf des abnormen Winters. Er führt aus:

Föhnsturm leitete den November ein und mit heftigen Stürmen endete, nicht ohne auch den Schnee gebracht zu haben. Damit aber sank das Quecksilber im Thermometer und brachte schließlich ab 6.Dezember Minustemperaturen, die bis zu -17 Grad erreichten, während die Tagestemperaturen nicht über den Gefrierpunkt anzusteigen vermochten. War somit schon der

Dezember ein außergewöhlich kalter Monat, so war dies noch mehr der Januar. Mit seinen -7

Grad Celsius im Mittel überstieg er das Vorjahr um 6,3 Grad und das ganzjährige Mittel um 5,5 Grad. –Auffallend ist die erhöhte Zehrung in der 2. Dekade, wohl ein Zeichen dafür, welch verzweifelte Anstrengung es den Bienen macht, sich der Kälte gegenüber zu behaupten. Die Gefahr des Durchfressens und damit des Verhungerns und des Erfrierens trotz abseits liegender Vorräte ist dabei ist. Schlimmer noch zeigte sich bis zum heutigen Tage der Februar im 1. u. 2. drittel mit einem Mittel von – 9 Grad Celsius – die Tiefsttemperaturen lagen bei – 23 Grad Celsius, erweist sich dieser Monat als der kälteste Februar seit Bestehen der Beobachtungsstelle Berchtesgaden. Auch die bekannten „ältesten Leute“ können sich einer so anhaltenden strengen Kälte nicht entsinnen. Die Befürchtung es könnten sich wie bereits im Januar ausgesprochen viele Völker durchfressen und dann erfrieren, hat sich leider in erschreckender Weise als zu wahr erwiesen. Trübenbacher in Schellenberg beklagt alleine, auf diese Weise 12 Völker verloren zu haben. Was aber am Leben blieb, zeigte großes Bedürfnis nach Entleerung, selbst bei 4 Grad ließen sich die Bienen nicht mehr zurück halten, flogen aus, sofern nicht vorher schon die Entleerung im Stocke selbst erfolgte. Kein Wunder, wenn da viel über Ruhr geklagt wurde. Anschließend an diese Feststellungen spricht der Vortragende sodann eingehend über die Ruhr, ihr Entstehen, Verlauf, Folgen und schließlich über die Behandlung Ruhrerkrankter Völker.

 

 

 

9.6.1929

 

Mit der 35. Ausstellung der deutschen landwirtschaftlichen Gesellschaft vom 4.-9. Juni 1929 in München Verband der Oberbayerische Kreisbienenzüchterverein seine Jubiläumsausstellung anlässlich seines 50 jährigen Bestehens, an der sich auch der Bienenzuchtverein Berchtesgaden beteiligte indem er alte, buntbemalte Rauchfangkästen, Strohkörbe mit Untersatz und den von Altmeister Weiß konstruierten Berchtesgadener Stock als Dreingabe in einem eigens dazu erstellten Schutzhäuschen zur Aufstellung übersandte.

 

 

 

24.8.1929     Der Herr Reichsminister erlässt folgende Verfügung:

 

Da die Verzählungsfrage in kürzester Zeit nicht genügend gelöst werden kann, habe ich mich

, um die Imker noch in diesem Herbst in den Genuß der Steuerfreiheit des zur

Bienenfütterung benötigten Zuckers zu setzen durch Verfügung an die Prüfidenten der Landesfinanzämter vom heutigen Tage unter Vorbehalt und gültiger Regelung damit einverstanden erklärt, dass den Imkern auf Antrag für das Kalenderjahr 1929 Zucker zur Bienenfütterung in einer Menge von 5 kg für ein Bienenvolk ausnahmsweise ohne Verzählung unter den nachstehenden Bedingungen steuerfrei abgelassen wird:

Die Imker haben sich eine Bescheinigung der zuständigen Ortspolizeiverwaltung oder des Gemeindevorstandes über die Zahl der von ihnen gehaltenen Bienenvölker ausstellen zu lassen und auf dieser Bescheinigung eine Erklärung dahin gehend abzugeben, dass der Zucker für den sie Steuerfreiheit beantragen ausschließlich zur Bienenfütterung verwendet werden soll.

 

 

 

1.9.1929

 

Die Regierung von Oberbayern verleiht die Ehrenurkunde an Herrn Max Komposch,

Hauptlehrer für hervorragende Förderung der Bienenzucht, München den 1. September 1929

 

 

 

12.10.1929   Monatsversammlung im Hotel Krone mit Vortrag: „Kampf der Bienen gegen Winterkälte“

 

 

 

26.1.1930     Monatsversammlung im Hotel Krone:

 

Zu Beginn der erfreulich stark besuchten Versammlung gab der 1. Vorstand zunächst einige Vereinsangelegenheiten bekannt und erteilte sodann das Wort Herrn Hauptkassenverwalter Schmoll aus Traunstein. Der Referent sprach über:“ Durchwinterung und Auswinterung und Heilung der Ruhr ohne Reinigungsflug. Der mit großem Beifall aufgenommene Vortrag findet sich auch in der landwirtschaftl. Beilage des Berchtesgadener Anzeiger, im „Almbauer“ Organ des Landwirtschaftlichen Vereins und der Bezirksbauernkammer Berchtesgaden in No 3 vom 17.1.1931

 

 

 

7.3.1930

 

Der Vorstand des Bezirksbienenzüchtervereins Berchtesgaden, Hauptlehrer Komposch in

Ramsau wurde durch die Regierung von Oberbayern für den Bezirk Berchtesgaden zum Sachverständigen für Bienenseuchen bestellt. Sämtliche Bienenzüchter haben daher jede auftretende Bienenkrankheit sofort dem Bezirkssachverständigen für Bienenseuchen zu melden.

 

 

 

16.3.1930     Monatsversammlung im Hotel Krone:

 

Zur heutigen Versammlung die nur mittelmäßig besucht war, war als Referent Herr Landwirtschaftsrat Schreiber aus München gekommen und erschienen. Herr Schreiber referierte in gewohnter vortrefflicher Weise über die jetzt notwendigen Frühlingsarbeiten am Bienenstand und gab sodann einen Überblick über die Bienenwirtschaftliche Gesamtlage. Der

Vortrag fand seitens der aufmerksamen Zuhörer größte Beachtung und der Vorstand sprach Herrn Schreiber für die hochinteressanten und lehrreichen Ausführungen den besten Dank aus. Verschiedene, seitens der Versammlungsteilnehmer an Herrn Schreiber gestellte Anfragen wurden von diesem gerne und erschöpfend beantwortet. Zum Schlusse dankte Vorstand Komposch nochmals allen Erschienen und meinte, dass alle jene, die heute Zusammenkunft fernblieben damit viel versäumt haben.

 

 

 

18.5.1930     Monatsversammlung im Hotel Krone:

 

Zu Beginn der Versammlung bedauerte der 1. Vorstand, dass auch die heutige Versammlung wieder nicht den gewohnten Massenbesuch aufweist, was wohl damit zusammenhängt, dass viele Imker der Meinung sind, es könnte ihnen in der Zwischenzeit ein Schwarm durchbrennen, sie schauten also darauf, möglichst rasch wieder nach Hause zu kommen. Im Hinblick auf die kommende Erntezeit sprach sodann der 1. Vorstand über den Honig, seine Gewinnung und Behandlung (Aufbewahrung) und ermahnte die Imker, beim Verkauf das Einheitsglas nicht zu vergessen. 

 

 

 

27.5.-1.6.1030         Deutsche landwirtschaftliche Wanderausstellung in Köln:

 

für die 36. deutsche landwirtschaftl. Ausstellung Abteilung X Bienen waren Magazinstöcke ohne Rücksicht auf Rahmengröße zum Preiswettbewerb zugelassen. Unter diesen befand sich auch der von Altbienenmeister Weiß konstruierte „Berchtesgadener Stock“, der allerdings insofern eine Änderung zeigte, als an Stelle der bei Weiß üblichen stehenden Rähmchen nun hängende Rähmchen verwendet werden.

 

 

6.-8-9.1930

 

Der Bienenzuchtverein Berchtesgaden beteiligt sich an der Ausstellung anlässlich eines Volksfestes in Reichenhall. Der 1. Vorstand unseres Vereins erhält dabei außer Wettbewerb die große silberne Medaille des Oberbayrischen Kreisvereins.

 

 

1.10.1930

 

Der 1. Oktober 1930 war ein in der Geschichte der deutschen Bienenzucht und des deutschen

Honighandels recht beachtlicher Tag. Zu diesem Zeitpunkt trat die als

Ausführungsbestimmung zum Lebensmittelgesetz vom 21.3.1930 (RGBl 101 ff) erlassene Verordnung über Honig zusammen mit der Verordnung über Kunsthonig in Kraft. Der Kampf der deutschen Imker um die besondere Anerkennung des deutschen Honigs war endlich von Erfolg gewesen.

 

 

 

1.11.1930

 

Der Reichs- und Staatsanzeiger veröffentlicht in No 244 eine Übersicht über die Abgaben von steuerfreiem Zucker; danach wurden im Betriebsjahr 1929/30 zum inländischen Verbrauch steuerfrei abgegeben:

 

449 DZ (Doppelzentner) Stärkezucker zu gewerblichen Zwecken

4631 DZ Rübenzucker zu –„-

22.122 DZ Rohzucker zur (Vieh?)fütterung

13.385 DZ Verbrauchszucker zur Bienenfütterung; hiervon kommen pro Volk 15 Pfund zur Ausschüttung.

 

 

 

30.11.1930   Herbstversammlung im Hotel Krone

 

1. Vorstand Komposch eröffnet die Versammlung und spricht seine Freude darüber aus, dass nun viele Mitglieder die er in vorangegangenen Zusammenkünften arg vermisst hat, wieder erschienen sind. Er bittet es möchten auch die kommenden Versammlungen wieder eines recht regen Besuches sich erfreuen. „Ich bin“ – sagte der Redner- „fast überzeugt, dass unser heutiger ihnen wohlbekannter Gast, Herr Landwirtschaftsrat Schreiber, umso lieber zu uns kommt, wenn er voraus schon weiß, vor einer großen, aufmerksamen Teilnehmerschar zu sprechen:“ Anschließend gibt der Vorstand einige Vereinsangelegenheiten bekannt und erteilt sodann Herrn Schreiber das Wort. Dieser dankt zunächst für die freundliche Begrüßung und meint er sei auch heute gerne zu unserem Verein gekommen, wisse er ja doch, dass in unserem Verein wirklich vorbildlich gearbeitet werde und er bisher immer zahlreiche und aufmerksame Zuhörer vorfand. Eines nur – was dem Bienenzuchtverein Berchtesgaden noch fehle, liege ihm arg am Herzen: die Züchtergruppe, und darüber wolle er sprechen. 

Und Herr Schreiber tat es mit Liebe und einer Begeisterung, dass jeder Zuhörer zu der Einsicht kam, dass auch hier in dieser Sache unter allen Umständen etwas geschehen müsse. Vorstand Komposch dankte dem Redner für seine vortrefflichen Ausführungen und versprach nicht zu ruhen, bis der Anregung des Herrn Referenten restlos entsprochen ist: „Der Stein vom Herzen des Herrn Schreiber muss weg“.

Es war die letzte Versammlung dieses Jahres. Der Vorstand wünscht allen Imkern ein recht frohes und glückliches 1931.